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Flammen-Ich

Wo furchenschneidend Überschwang, mit Blutgewalt sich Räume nahm, und Berg und Tal zugleich verkehrte, den Leibe jeder Qual entschwerte. Wo seidenflügeln alle Kraft, die Wärme sonst im Kerne schafft, ward aufgefächert, ausgebreitet, umfangend was die Blicke weitet. Wo Zuversicht und Hoffnung brannten, die Sinne Unbekanntes kannten, und Mut und Stärke obendrein, die Herren meines Herzens sei´n. Wo jeder Schritt beinah ein Sprung, und jeder Satz Melodium, das Gehen bald zum Tanze wird, schwebend man die Füße führt. Wo Altes sich in neuem Licht, in farbenreicher Schönheit bricht, kaum ein noch aus sich wenden weiß, der fräsend Puls im Fluße heiß. Wo Zeit reales nicht mehr ist, man Tage nach Vermissen misst, und Stunden gleichsam Ewigkeiten, im Kreise die Gedanken leiten. Wo Alltag nicht mehr aus zu machen, und alle Tage frohes Lachen, ein Glückesglanz in Augen steht, ein Blütenzauber mich umweht.

Sind nun Klüfte nur verblieben, klaffend schwarz im Seelenfrieden, der Horizont in Narbenbahn, kündet von vergang´nen Qual´n. Sind alle Kräfte, doch zum Schluß, zurückgekehrt zum Nucleus, die off´ne Hand zur Faust verkehrt, da schmerzliches die Flügel schwert. Sind Glut und Qualm die letzten Zeugen, daß Mut und Stärke mussten beugen, sich and´rer Herrschaft als der meinen, musst´ dennoch selbst sie mir verneinen. Sind Schritte wieder merkmalsfrei, nur Fuß vor Fuß ganz einerlei, da jede musische Gestalt, im gestern ist schon längst verhallt. Sind matter alle Farben auch, im Lichte Schimmer noch von Rauch, der fraß, was sonst ich Schönheit hieß, und sattes grau nur übrig ließ. Sind Tage ewig gleich und lang, und aller Tage Alltag dann, nur selten blitzt der Geist da auf, nichts stört den Strom in seinem Lauf. Sind Lächeln, Frohsinn Maskerade, die Welt an sich doch reichlich fade, die Luft nur Eis und existent, nichts mehr, was man Zauber nennt.

Die Stille, die mir aufgezwängt, und bleiern am Gemüte hängt, soll hilfreich wohl Gedanken leiten, füllt ungelesen tausend Seiten. Was ungefragt für mich bestimmt, die Ödnis, die Gefühle nimmt, kettet mich in Fragezeichen, die Fragen, immer doch die gleichen. Und andernorts scheint nichts gescheh´n, die Tage munter weiter geh´n, während hilflos aufregiert, mir winterlich das Herze friert. So machtlos, frei nicht zu entscheiden, so muß als Kinde man wohl leiden, wenn höhere Mächte Fakten fügen, und gleichsam dir den Willen biegen. Was leicht zu akzeptieren wäre, bindet so in qualvoll Schwere, und nagt mit Kräften Ego an, bedeutungslos, was einst ein Mann. Und Trotz und Wut aus Unverstand, weil jede Antwort unbekannt, woll´n schleiern mir die Blicke schon, da herrschaftslos mein eig´ner Thron. Sie welken gleichsam doch dahin, wie aller and´rer liebend Sinn, und man gibt auf, nichts ist mehr wahr, ein jeder Tag wie immerdar. Die Zeit zurück, beinah verschwendet, da andernorts schon längst beendet, was vermutlich nur Sekunden, da uns´re Blicke eng umwunden.

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