Das Antlitz von Glueck

Für Stunden könnte ich dich betrachten. Wie bei einem Gemälde alle feinen Details und Texturen studieren. Mehr noch jetzt, da das weiche Herbstlicht dich zwischen Gold und Bronze und Kupfer changieren lässt. Aber frage nicht nach Sonnenschein, schon nimmt mein Puls rasant Fahrt auf. Schnell und laut wird mein Herzschlag, wie das Klappern der Briefkastenklappen wenn die fingerfertige Flugblattverteilerin flink ihre Phalangen über die Fronten flitzen lässt. Famos.

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Meditation

Wenn ich des Morgens durch die erwachende Welt laufe, dieser Tage schimmert sie im grau-blauen Licht des anbrechenden Herbstes oft wie Edelstahl, schlagen meine Gedanken regelmäßig Purzelbäume. Mit ihrem frisch gewienerten Pfefferminzatem und der kindlichen Zuversicht, daß der Tag wundervoll verlaufen muß, grinsen sie staunend die Einsamkeit des halbschlafenden Lebens an. Wie Meditation ist es fast, sobald sich der Takt der Schritte und des Herzens angleichen und der Geist losgelöst vom Körper zu schweben scheint. Freiheit die schönsten Firlefanz gebiert.

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zeigefinger

Mein Zeigefinger will heute ein Rennfahrer sein. Setzt sich seinen kleinen weißen Helm mit dem ausgefransten schwarzen Blitz an der Seite auf. Zieht mit zittrigen Händen den Kinngurt fest. Atmet tief durch. Und macht sich auf. Auf den Weg deine Kurven zu umkurven. Kurven an Stellen, wo andere nicht einmal Stellen haben. Kurven, die sich ohne Schranken sanft an deinen schlanken Flanken endlos bald gen Boden ranken. Ganz schwindelig kann einem da werden.

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wortgewand

Auf du und du mit Poesie,
der Schneckenbiss im Wortsalat.
Mit Alphabet im Partnerlook,
der Logik wohlfein Widerpart.

Bald freundschaftlich mit Drang und Sturm,
Mit Substantiv´ wie „Sockenschuss“,
so labet sich der Bücherwurm,
an „Tidenhub“ und „Omnibus“.

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