Erkenntnis

Erkenntnis wird, soweit bekannt, oft überraschend nur erlangt. Du suchst und fragst ganz grübelig, da kommt sie plötzlich über dich. Was eben noch verwirrend war, wird innerlich dir eilends klar.

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5er Gebot

Kürzlich las ich folgenden, motivierenden Satz: „Wenn eine Angelegenheit in fünf Jahren nicht mehr von Bedeutung sein wird, lohnt es sich heute nicht, länger als fünf Minuten über sie nachzudenken“. Ich fand den Ausspruch recht pfiffig, da man immer wieder über Kleinigkeiten nachdenkt und prüft und grübelt und seine Zeit damit verprasst. Dann begann ich jedoch über den vermeintlich so tiefsinnigen Satz nachzudenken und ihn zu prüfen und zu grübeln und musste seine Allgemeingültigkeit doch allmählich in Frage stellen.

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Die Verwandlung

Ich muß wohl in der dritten oder vierten Klasse gewesen sein, als wir ein Buch über ein Mädchen lasen, welches sich verwandeln konnte. In einen Engel, ein Krokodil, Albert Einstein oder was ihr gerade so einfiel. Obschon die Geschichte eher flach dahinplätscherte, wie hunderte andere vor und nach ihr, habe ich sie dennoch bis heute nicht vergessen, weil ein kleines, pfiffiges Detail mich aufhören ließ. Wenn sich etwas verwandele, erläuterte die Lehrerin, in der Natur oder Mythologie, nenne man dies eine Metamorphose. Aus diesem Grund wären das Buch und seine Titelheldin auch entsprechend benannt: „Meta Morfoss“. Ein heute wie damals gewiefter Twist.

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Der Anblick

Während ich den Plot für meinen nächsten Versuch auf dem Buchmarkt aufbereite und Charakterentwicklungen plane und Ereignisse in Reihenfolge bringe, suche ich manchmal Inspiration bei mir selbst. Blättere und schmökere in altem, längst Verfasstem und entdecke dabei hin und wieder kurze Einlassungen, die zwar nicht zum Buch passen, aber doch in sich selbst immer noch schlüssig und schön sind. Ich zitiere:

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Die Nachtgedanken

„Kann ich dir sagen, was ich wirklich denke?“, fragt er ins Lavendellicht des Vorabends hinein. „Was ich wirklich, wirklich denke?“. „Klar. Immer.“, antwortet sie. Ihr Kopf liegt sanft auf seinem Arm, seiner Schulter. Schwebt im Takt seines Atems. Er kann ihre vanillenen Gedanken riechen, schmeckt die warme Aura. Nahrung für seinen Herzschlag, der den ihren in vollendeter Synchronität zum Tanze bittet.

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es koennte schlimmer sein

Hin und wieder ist das Leben wie der Mount Everest und man weiß nicht, ob man eher Edmund Hillary oder Tenzing Norgay ist. Oder ein Yak. Mit einer Hüftprothese. Die größte aller Aufgaben liegt vor einem. Die Göttinmutter der Berge. Scheinbar unerreichbares. Doch man schreitet voran. Dann und wann ist das Leben wie ein warmer Aufwind. Es trägt dich, hebt dich, lässt dich schweben. Zerzaust dir liebkosend die Schwungfedern mit Unterstützung. Schwerelos gleitest du voran.

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Die Aufregung

Die Menschen möchten gern Texte lesen, in denen sich einer aufregt. Am Besten über eine Sache, über die sie sich auch aufregen. Damit sie sich bestätigt sehen. Idealerweise strotzt der Text auch von Kraftausdrücken. Von Schurken und Verbrechervisagen soll dort die Rede sein. Von Haderlumpen und Pottsäuen. Von Taugenichtsen und Frechdächsen. Manchmal auch von Arschlöchern. Flachwichser, die uns alles wegnehmen oder Blödmänner, die uns nichts abgeben, sollen Thema sein. Die Schweine da oben, die Idioten da rechts, die Chaoten da links, die Gierschlunde da unten. Die ganze Welt voller wahnhaft religiöser Windelköpfe aus dem Mittelalter. Dann erst einmal eine Weile nichts. Und wir mittendrin. Wer wir sind, weiß niemand. Auf jeden Fall sind wir aber nicht die anderen, denn über die kann man sich nur aufregen.

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der wechsel

Irgendwie verstehe ich diesen ganzen Firlefanz um den Jahreswechsel nicht. Mit wieviel Nachdruck darauf bestanden wird, daß es sich um einen ganz besonderen Tag handele. Welcher natürlich mit einer imposanten Menge Alkoholika und Sprengstoff zelebriert werden muß. Dieser Tage für mich nur noch wenig nachvollziehbar. Außer, daß man sich einen neuen Kalender kaufen muß, ist der 01.01. doch eigentlich wie jeder Monatserste. Und wenn man einmal Gandalfs Feuerwerk im ersten Teil vom Herrn der Ringe gesehen hat, wissen einen die murkeligen Aldi-Raketen, 10 Stück 10 Euro, auch nicht mehr wirklich vom Hocker zu hauen.

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Unbehelligt

Wie so oft sträubt sich dieser erste Satz in die Tasten gehauen zu werden. Schließlich lastet eine ganze Menge Verantwortung auf ihm. Verheißen, versprechen, vorwegnehmen. Da möchte man schon sicher gehen, dass alle Worte in der richtigen Reihenfolge, faltenfrei und wünschenswerterweise mit pfiffigem Unterton garniert sind. Dabei habe ich in letzter Zeit soviel nachgedacht, dass es eigentlich für fünf oder sechs oder sieben einleitende Sätze reichen würde. Wie es halt immer so ist mit ganz einfachen ganz komplizierten Angelegenheiten.

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mylo_1

Wenn ein Freund in Not dich fragt, ob er mal eine Nacht auf deiner Couch pennen kann, überlegst du nicht lange. Wenn besagter Freund noch nicht einmal selbst fragen kann, wir nehmen zu seinen Gunsten mal Bescheidenheit und den Wunsch nicht zur Last zu fallen an, und seinen Erziehungsberechtigten vorschickt, sagst du erst recht „Ja!“. Ohne groß nachzudenken. Auch über die Komplikationen. Tagsüber ist er ja immer ein ganz dufter Typ, was könnte da nachts schon groß anders sein? Einiges, wie sich rasch zeigte.

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