Zoologische Betrachtungen in 1001 Nacht

Im Beduinenzelte saß, am Lagerplatze der Oas´,
Scheherazade und verlas, was märchenhaftes sie besaß.
Von Wüstenherrschern stolz und groß, die just zu ihrer Freude bloß,
da Reichtum man durch Öl genoß, sich hielten gar famose Zoos.

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Der 8. Zwerg

Es war einmal zu einer Zeit, da es Smarties nur in zwei verschiedenen Farben, schwarz oder weiß, gab und wilde Einhörner noch stolz und frei die Taiga durchtrabten, daß eine besondere Schicksalsgemeinschaft geschmiedet ward. Und wenn auch der Ursprung dieser munteren Truppe Freud und Leid zu gleichen Teilen schien, war ihr ein sorgenfreies Ende aller Tage vorbestimmt.

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Weibergeschichten

Ganz sorglos sitzen wir im Sonnenschein. Blinzeln ein wenig, wenn er uns in die Blicke tropft. Lächeln und erzählen kleine Nichtigkeiten. Amüsante Halbwahrheiten, augenzwinkernd vorgetragen. Erquickende Ansichten und Aussichten, die voller Charme über deine Lippen tanzen. Parkett für Träume. Staunend besehe ich das freie Glück. Die Zeitlosigkeit. Will mir jedes Detail einprägen. Erinnerung für kalte Tage. So viele Eindrücke jedoch, daß man kaum Ausdrücke dafür findet. Überwältigt vom Neuronenfeuer. Versengt von der Flut der Wahrnehmungen. Alles gleichzeitig gedacht.

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Rückkehr

Padautz!! Mit schwerem Stiefeltritt und lautem Knall wird die Tür zur kleinen Kemenate weit aufgestoßen. Das brennende Tageslicht, das sich unerbittlich in das gemütliche Halbdunkel frisst, gibt nur die Umrisse des Neuankömmlings preis. Dennoch wandern, ob seines spektakulären Auftritts allerhand murrende Augenpaare auf ihn. „Da bin ich wieder Freunde!“, jubelt er grundlos ins Nichts. „Ich bin zurück von fernen Gestaden zu berichten. Indigenen Völkern seltsamster Pigmentierung und Früchten so fett wie Trinkerlebern!“. Bisher hält sich die Begeisterung, der so unsacht Gestörten, in engen Grenzen, doch ein auf einem Lemuren reitender Gnom stürmt mit weit aufgerissenen Augen gen Portal. Als Erster hat er den Gast erkannt. „Vater, oh Vater!“ gluckst es tränenerstickt aus ihm heraus. Ein Raunen füllt die kleine Räumlichkeit bis zum Bersten aus, bevor ein ohrenbetäubender Jubel seine Umfassungen gänzlich sprengt.

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Die Straße. Wieder einmal. Meine Heimat, mein Leben. Kilometer für Kilometer frisst sich mein klappriger Honda Civic voran. Mischt sich in den Verkehrsfluß. Im Radio die immer gleichen Lieder. Das beste der 70er, 80er und von vorgestern. Rod Stewart und Bonnie Tyler. Kilometer für Kilometer Monotonie. Ich sollte aufpassen, daß ich nicht wegnicke. Sekundenschlaf. Der lautlose Killer. Aber eigentlich ist diese Sorge unbegründet. Ich muß ohnehin ständig auf Zack sein. Das Leben als Handlungsreisender ist nämlich kein Zuckerschlecken. Wer pennt, der flennt. Ruckzuck angeschissen. Arschkarte. Dies gilt gerade und besonders für meine spezielle Branche.

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