mit armdicken Tauen
hatte ich mich
an der Realität
festgezurrt
ihrem Sirenensang
zu lauschen
bereit Wurzeln zu schlagen
sobald mich
die Lebensgier
erneut erfasste
die zerbrechlichsten Verse
bereits auf
der Zungenspitze
zurechtgelegt

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Gefangen hinter Gitterstäben aus Erinnerungen. Ein Käfig aus Zeit, aus Vergangenheit. Angekettet von Unfähigkeit und Unwillen zu vergessen. Gefoltert von den eigenen Gedanken und bohrenden Fragen. So fühlt sich das Leben an den dunklen, an den meisten, Tagen an.

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Ich habe euch vermisst. Ihr klackernden Tastenanschläge. Ihr Buchstaben und Silben. Ihr Worte und Sätze und Absätze. Ihr habt mir gefehlt. Als Verstofflichung meiner Gedanken und greifbare Realität. Als wundersame Heilkraft und munterer Zeitvertreib. Als Ausdruck aller Emotionen. Ihr habt mir gefehlt.

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verloren

Rot gleich Hagebutten gucken, tränenfeucht die Augen mir,
durch kaputte Brillengläser, sucht der wässrig Blick nach dir.

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schriftverkehr

An manchen Tagen bin ich nur ein blaues Hakenpärchen, eine folgende Funkstille, eine Antwortlosigkeit, davon entfernt zu zerbrechen. All die Monate des Verlierens und Verlassen seins und Vermissens haben mich ausgehöhlt. All das Kämpfen und Probieren und Versuchen hat mich schwach zurückgelassen. Meine Erinnerungen an dich werden immer schwammiger. Dein Gesicht und deine Stimme zerrinnen in diesen Erinnerungen allmählich. Deine feinen Eigenheiten werden vage und ich kämpfe verzweifelt um die Bewahrung der Vergangenheit.

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herbstherz

Es wird wieder Zeit
für lange Schlafanzughosen
der Herbst naht
mit kühlen Nächten
und Dunkelheit

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zu spät

Ich wollte dir doch noch
all meine Geschichten erzählen
die niemand sonst kennt
die der Kern meines Wesens sind

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gedankengänge

Ab und an ist es lohnenswert in den Gedankengängen nach dem Rechten zu sehen. Damit allzu aberwitzige Absonderlichkeiten nicht entkommen können, habe ich dort schon vor einiger Zeit einen Türsteher aufgestellt. „Was ist die Losung?“, fragt er mich mit steinerner Miene. „Wildtierscheiße“, spitzfinde ich zurück. „Korrekt, tritt ein“.

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Halma im Hirn

Erneut deutet sich ein giraffenschwarzer Tag an. Punktuell Scheiße. Dann aber vom Scheitel bis zur Sohle. Melancholisch plätschern die Gedanken dahin. Harmlose Rinnsale noch, die sich jedoch hastdunichtgesehen zur Breite des Brahmaputra zu vereinen wissen. Die Stimmung gleicht dem Unterdeck eines Sklavenschiffes des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Schwankend. Und schon nach kurzer Zeit beschissen.

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Unbehelligt

Wie so oft sträubt sich dieser erste Satz in die Tasten gehauen zu werden. Schließlich lastet eine ganze Menge Verantwortung auf ihm. Verheißen, versprechen, vorwegnehmen. Da möchte man schon sicher gehen, dass alle Worte in der richtigen Reihenfolge, faltenfrei und wünschenswerterweise mit pfiffigem Unterton garniert sind. Dabei habe ich in letzter Zeit soviel nachgedacht, dass es eigentlich für fünf oder sechs oder sieben einleitende Sätze reichen würde. Wie es halt immer so ist mit ganz einfachen ganz komplizierten Angelegenheiten.

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