Im Schutze der Nacht, im Zwielicht, scheint es manchmal als flüsterten meine Gedanken in die Stille und die Welt flüsterte kaum merklich zurück. Als würden die Sinne schärfer während das Bewusstsein allmählich in den Schlaf hinübersinkt. Ja, als könne man die eigentlich unsichtbaren Ätherfäden erspähen, die das Innere der Realität zusammenhalten und nur selten Phantasie und Farbenpracht entweichen lassen. In diesen Minuten, da das Leben nur noch halb wirklich ist, sehe ich dich noch. Treffe ich dich noch. Erscheinst du mir noch. Als Schatten, als Luftbild, als Sagengestalt. Als Traumfee.

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verloren

Rot gleich Hagebutten gucken, tränenfeucht die Augen mir,
durch kaputte Brillengläser, sucht der wässrig Blick nach dir.

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herbstherz

Es wird wieder Zeit
für lange Schlafanzughosen
der Herbst naht
mit kühlen Nächten
und Dunkelheit

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dunkelblau

Dieser Tage scheint jede Minute ein Menetekel. Als würde der Kontrabass im Soundtrack anschwellen, die Geigen zirpen. Unheilschwanger türmt sich Ungewissheit auf, beugt sich dunkel drohend über mich. Die Luft elektrisch angespannt, wie vor einem Gewitter. Kein Punkt an dem Auge oder Verstand sich festhalten können. Alles fließt und verschwimmt. Beinahe wie diese weichgezeichneten Instagramm-Leben. Nur nicht beige oder mocca oder taupe. Dieser Tage grollt dunkelblau.

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Halbgedachtes die andere seite des Tages

Im Osten bricht die Nacht auf, ein neuer Tag bricht an. Es ist kaum sieben Uhr. Ich sitze auf dem Balkon und lasse mir von der klaren, kühlen Luft des Morgens den Schlaf aus den Falten klopfen. Von innen hilft ein zu starker Kaffee mit.

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der Tanz

Die Musik ist laut. Sehr laut. Physisch laut sogar. Lautsprachen versagen in dieser Umgebung. Außer man ist bereit und willens seinen Gegenüber anzuschreien. Und sich retour selbst anschreien zu lassen. Zwar lehnt man sich dafür fast empfindsam ins Gesichtsfeld des Plauderpartners, aber das Geschrei besteht ohnehin nur aus verknappten Sätzen. Und so schwingt bei dieser beinahe militärischen Kommunikation immer auch etwas Aggression mit. Aber was will man schon machen: Anpassen oder Aussterben.

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Schlaflos

Eben noch.
Hellblauer Himmel
und Zuckerwattewolken.
Nur ein paar. Hier und da.
Wie von Bob Ross gemalt.
Happy little clouds.

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Die Nachtgedanken

„Kann ich dir sagen, was ich wirklich denke?“, fragt er ins Lavendellicht des Vorabends hinein. „Was ich wirklich, wirklich denke?“. „Klar. Immer.“, antwortet sie. Ihr Kopf liegt sanft auf seinem Arm, seiner Schulter. Schwebt im Takt seines Atems. Er kann ihre vanillenen Gedanken riechen, schmeckt die warme Aura. Nahrung für seinen Herzschlag, der den ihren in vollendeter Synchronität zum Tanze bittet.

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