herbstmorgen

Irgendwie genervt klopfen die Regentropfen ans Fenster. Das schwärzeste lila der Nacht ist bereits vorüber und man kann die endlosen Fäden, in denen sie zu Boden fallen, beinahe schon sehen. Ich sitze im Schneidersitz auf der Couch und lausche. Meine schwere Strickjacke, die ich erst zu dieser Jahreszeit hervorhole, umarmt mich. In beiden Händen halte ich die dampfende Kaffeetasse. Mein Blick ist noch schläfrig und ohne Fokus. Alles riecht nach Äpfeln. Bratäpfeln fast.

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herbstherz

Es wird wieder Zeit
für lange Schlafanzughosen
der Herbst naht
mit kühlen Nächten
und Dunkelheit

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dannundwann

Dann und wann, zumeist wenn ich des Morgens zur Werktätigkeit schlendere, machen sich meine Gedanken frei von Regeln, Normen und Sachverstand und rufen einfach herein, was Ihnen einfällt. Ausgelöst durch den Anblick eines vorwitzigen Kiebitzes, eines keck vorgetragenen Sprechgesangssatzes aus den Kopfhörern oder den modrigen Geruch aus den Kanaldeckeln, bricht sich dabei Aberwitz nicht selten Bahn. Nachfolgend sollen nun einige dieser famosen Torheiten vorgestellt werden. Halbgedachte Ideen, deren Odem eigentlich schon wieder ausgehaucht war, als ich sie hastig notierte. Nun erhalten sie eine zweite Chance, wenn ihnen diese Zeilen neues Leben anheimstellen. Herr Kapellmeister?!

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positiv bleiben

In halber Nacht stehe ich und schaue den Birken beim Schlummern zu. Der anbrechende Morgen liegt wie ein glühendes Bolerojäckchen auf ihren Schultern. In meinem Kopf ist noch Sophokles. In gesammelten Werken lungert der auf dem Abort herum, um längere Aufenthalte erquicklicher zu gestalten. „Wer nicht mit Worten spart, sagt manches, was erfreut, wohl auch, was ärgert oder rührt, und bringt hierdurch den Schweigenden dazu, dass er sein Schweigen bricht.“, lässt er Antigone feststellen. Fast scheint es, als ob der neue Tag der literarischen Griechin zustimmen würde. Scheint, als ob er mir mit Luft und Duft und frischem Licht etwas zu sagen hätte. Ich breche also mein betretenes Schweigen, räuspere mich kurz und knalle der Welt ein etwas zu lautes „Moin“ vor den Bregen.

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Die Qual der Wahl

Ich schreibe jetzt einfach mal los. Sonst sitzen wir hier morgen noch. Seit einer halben Stunde grübele ich nämlich hin und her, was wohl Thema meines Traktats sein sollte. Obendrein ist auch die Form Bestandteil hirninterner Diskussionen. In Kombination tausende Möglichkeiten. Worüber also, auf welche Art, berichten?

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Halbgedachtes die andere seite des Tages

Im Osten bricht die Nacht auf, ein neuer Tag bricht an. Es ist kaum sieben Uhr. Ich sitze auf dem Balkon und lasse mir von der klaren, kühlen Luft des Morgens den Schlaf aus den Falten klopfen. Von innen hilft ein zu starker Kaffee mit.

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Schlaflos

Eben noch.
Hellblauer Himmel
und Zuckerwattewolken.
Nur ein paar. Hier und da.
Wie von Bob Ross gemalt.
Happy little clouds.

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Der Anblick

Während ich den Plot für meinen nächsten Versuch auf dem Buchmarkt aufbereite und Charakterentwicklungen plane und Ereignisse in Reihenfolge bringe, suche ich manchmal Inspiration bei mir selbst. Blättere und schmökere in altem, längst Verfasstem und entdecke dabei hin und wieder kurze Einlassungen, die zwar nicht zum Buch passen, aber doch in sich selbst immer noch schlüssig und schön sind. Ich zitiere:

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der wechsel

Irgendwie verstehe ich diesen ganzen Firlefanz um den Jahreswechsel nicht. Mit wieviel Nachdruck darauf bestanden wird, daß es sich um einen ganz besonderen Tag handele. Welcher natürlich mit einer imposanten Menge Alkoholika und Sprengstoff zelebriert werden muß. Dieser Tage für mich nur noch wenig nachvollziehbar. Außer, daß man sich einen neuen Kalender kaufen muß, ist der 01.01. doch eigentlich wie jeder Monatserste. Und wenn man einmal Gandalfs Feuerwerk im ersten Teil vom Herrn der Ringe gesehen hat, wissen einen die murkeligen Aldi-Raketen, 10 Stück 10 Euro, auch nicht mehr wirklich vom Hocker zu hauen.

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Meditation

Wenn ich des Morgens durch die erwachende Welt laufe, dieser Tage schimmert sie im grau-blauen Licht des anbrechenden Herbstes oft wie Edelstahl, schlagen meine Gedanken regelmäßig Purzelbäume. Mit ihrem frisch gewienerten Pfefferminzatem und der kindlichen Zuversicht, daß der Tag wundervoll verlaufen muß, grinsen sie staunend die Einsamkeit des halbschlafenden Lebens an. Wie Meditation ist es fast, sobald sich der Takt der Schritte und des Herzens angleichen und der Geist losgelöst vom Körper zu schweben scheint. Freiheit die schönsten Firlefanz gebiert.

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