outlawcorner was im busch

Ich liege einfach nur da und schaue der Dunkelheit in die Augen. Oder auf den Arsch. Kann man nicht genau sagen, ist nämlich zappenduster. Jedenfalls scheint es ihr zu gefallen, denn sie schmiegt sich fester an mich an. Alle meine Sinne lösen sich langsam in ihr auf. Das Unterbewußtsein übernimmt das Steuer. Geradewegs ins Traumland.

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captain crazy 3

Schon eine Weile ist es her, das öffentlich kam´n zu Gehör, Erzählungen von Heldentaten, von Captain Crazy nebst Primaten. Kein Ferngespräch, kein Telegramm, vom Kämpfer und dem Pavian, auch nicht Email, Raucheszeichen, man glaubt schon bald sie wären Leichen. Keine Kunde, wie auch immer, doch, wartet nur, es wird noch schlimmer, denn auch die bösen Buben scheinen, sich Chancen bald zusamm´n zu reimen. Denn wenn schon ohne Sorge man, in Regionalbahn´n schwarz fahr´n kann, was könnte man dann überdrein, mit Bankberaubung streichen ein. Schon ölen üble Panzerknacker, die Schießgewehre eifrig wacker, und um sich vorm Gesetz zu schützen, schneiden Sehschlitz´ sie in Mützen. Auch andere freche Galgenstricke, voll Niedertracht und heimlich Tücke, stülpen sich die Handschuh´ über, Versicherungs- und Trickbetrüger. Und in Gestalt und Energie, recht ähnlich einem Tsunamie, bricht Leid und Unheil nun herein, wo können nur die Helden sein?

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wortgewand

Auf du und du mit Poesie,
der Schneckenbiss im Wortsalat.
Mit Alphabet im Partnerlook,
der Logik wohlfein Widerpart.

Bald freundschaftlich mit Drang und Sturm,
Mit Substantiv´ wie „Sockenschuss“,
so labet sich der Bücherwurm,
an „Tidenhub“ und „Omnibus“.

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Sauerstoffmangel

Schon als ich mich entschlossen hatte nur noch auf dem Balkon zu rauchen, begann mein Schreibritual darunter zu leiden. Kein lässiges Zurücklehnen und sinnloses Gepaffe mehr, während man über eine Wortgruppe nachgrübelte. Stattdessen alle paar Minuten hinaus rennen und dort die zweite Hälfte der Zigarette mit Macht wegsaugen, weil man eine Idee hatte und diese schnell notieren wollte. Nun, da ich mich entschlossen habe gar nicht mehr nikotinabhängig zu sein, wird die ganze Sache noch einen Zacken schärfer.

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krank und kreativ

Die vergangenen Tage haben in mir die Erkenntnis reifen lassen, daß mein Hirn ein hochgradiger Hypochonder und unter normalen Umständen ein rechtes Faultier sein muß. Kaum steigt die Kerntemperatur, fieberbedingt, um zwei, drei Grad an, nimmt es schon an, daß der dunkle Schnitter lauert und evakuiert noch einmal schnell alles, was sich an farbenfroher Kreativität aufgestaut hat. In Reimform obendrein. Oder sollte ich nur Zeuge von dem geworden sein, was in der Literatur gemeinhin als Fieberwahn bezeichnet wird? Es bleibt nebulös.

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Nicht einmal mehr 35 Jahre, dann ist es soweit. Genauer gesagt am 1. September 2048. „Huch“, wird mancher denken, „mayat er uns jetzt hier den thermonuklearen Krieg an die Wand?“. „Mitnichten!“, weiß ich vorlaut zu entgegnen. Vielmehr bezeichnet vorgenanntes Datum ein freudiges Ereignis. Eine Passage, einen Übergang. Den Beginn von etwas, vermutlich, wunderbarem. In nicht einmal 35 Jahren, kann ich endlich beginnen mir das Gemächt zu schaukeln. Meine Zeit nach meinem Gutdünken zu verschwenden. Mit gesellschaftlicher Akzeptanz merkwürdiges postulieren. In nicht einmal 35 Jahren bin ich Rentner.

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Man sagt wohl, daß mit großer Macht, auch Pflichtbewußtsein angebracht, vom Morgen bis zum Abendrot, ein waches Aug´ für Leid und Not. ´Ne breite Brust, als Schutz und Trutz, vor Jammer, Kummer, Mordeslust. Ein flinker Geist als Sicherheit, wo Sorge sich an Drangsal reiht. Ein starker Arm mit sanfter Kraft, falls Unheil sich zu schaffen macht. Und Captain Crazy sah auch ein, daß allerorts die Schurkerei´n, ihm auferlegt zu tilgen war´n, von Chile bis Usbekistan. Nur schlief er gerne länger aus, verließ vor Mittag kaum das Haus, und Reisen lag ihm eher mittel, vielleicht sogar im unt´ren Drittel. Auch wußt´ er nicht, wie man parliert, wenn man in China residiert, auch Spanisch kam ihm spanisch vor, und was in Sambia sprach der Mohr. So daß man kaum ihm schildern mochte, wenn andernorts die Lava kochte, da Schwierigkeit Gestalt annahm, sobald dies fernmündlich getan. Kurzum, Justitias Gladius, war eingeschränkt im Radius, der auserseh´n als Handlungsraum, doch Captain Crazy stört´ das kaum. „Warum nicht erst im Kleinen richten. Fehlt da die Ehr´? Ich sag´ mitnichten!“. Sprach´s Pavian ins Angesicht, und protestier´n vernimmt man nicht. Im Gegenteil, er nickt sogar, ein Daumen hoch, ein „Wunderbar!“. „Was sollen um die Welt wir jetten, und Sterbenskrank´ in Sonstwo retten, wenn zwei Straßen weiter schon, von Trickbetrug die Opfer woh´n.“.

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Als Captain Crazy jünger war, verlief sein Leben linear. Frühstück, Mittag, Abendessen, Zähne putzen nicht vergessen. Zehn Dutzend mal die Knie gebeugt, was schon von echter Hingab´ zeugt, im Schlafanzug ins Schlafgemach, mit Einhornträum´ und Schnarchenskrach. Ab und an noch eingenässt, weil Mutti eh die Wäsche wäscht. In jedem Fall beim Weckerklang, dem Bett entsprungen voll Elan. Der Sonne einen Morgengruß, der Mutti Arbeit und ´nen Kuss, und dann von vorn das ganze Spiel, verwirrt und jung und mopsfidel. Er lernt, was man so lernen muß, das ABC und solchen Stuß, zum Beispiel bis zehn Dutzend zählen und wie das geht geheim zu wählen. Warum Vögel fliegen können, wie Wissenschaftler Dinge nennen, wie Blut durch uns´ren Korper schießt und wie man richtig Hecken gießt. Rundherum, den ganzen Kram, den man im Leben brauchen kann. Bis hierhin alles wie bei allen, solch´ Leben könnt´ ihm recht gefallen, doch weit gefehlt, denn schicksalshaft, entfaltet´s Schicksal seine Kraft.

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Wie man sich fettet, so wiegt man

Da sitzen sie wieder breitärschig im Wartehäuschen. Manfred und Kordula habe ich sie getauft. Weil sie so aussehen. Mindestens. Immense Fleischmassen geben ihren Körpern Volumen. Nur mühsam hält im Bersten begriffene Kleidung sie zusammen. Er trägt einen modischen drei Euro Haarschnitt vom „Salon Sonderhaar“. Sie scheint sich mit einem auf dem Sperrmüll gefunden Lockenstab niederer Fertigungsqualität selbst zu ondulieren. Ein merkwürdig alkoholisch pfefferminzener Duft umsteht beide. Man muß annehmen, daß es in der morgendlichen Hast zu einer Verwechslung gekommen ist, und sie sich mit Mundwasser frisiert haben, während ihr Atem nun wohl vorzüglich nach Pfirsichshampoo riecht. Fast aufgeregt betrachte ich das lipide Pärchen. Mit der begeisterten Erregung eines frisch Verliebten, dieser Mischung aus Freude und Hilflosigkeit, ahne ich, daß nicht mehr viel fehlt. Gleich. Gleich gibt es wieder Streit.

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