schweinereien

„Der Worte sind genug gewechselt, nun lasst uns endlich Schwarte seh´n!“, rülpste der Eber mehr als daß er sprach. Der letzte Apfelkorn/Fanta war ihm wohl zu Kopf gestiegen und er war, mit all der Rationalität, welche Betrunkenen innewohnt, entschlossen der Gesprächsphase seiner Beischlafanbahnung nun eine physische Ebene hinzuzufügen. Schon schwang er mit leidlicher Akkuratesse seinen borstigen Arm nach vorn und behufte unbeholfen den Schinken der Dialogpartnerin. „Du Schwein!“, schallte es begleitmusizierend zu einer sauber ausgeführten Schweineohrfeige. Also das hatte er sich irgendwie auch anders vorgestellt.

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der wechsel

Irgendwie verstehe ich diesen ganzen Firlefanz um den Jahreswechsel nicht. Mit wieviel Nachdruck darauf bestanden wird, daß es sich um einen ganz besonderen Tag handele. Welcher natürlich mit einer imposanten Menge Alkoholika und Sprengstoff zelebriert werden muß. Dieser Tage für mich nur noch wenig nachvollziehbar. Außer, daß man sich einen neuen Kalender kaufen muß, ist der 01.01. doch eigentlich wie jeder Monatserste. Und wenn man einmal Gandalfs Feuerwerk im ersten Teil vom Herrn der Ringe gesehen hat, wissen einen die murkeligen Aldi-Raketen, 10 Stück 10 Euro, auch nicht mehr wirklich vom Hocker zu hauen.

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farbtraum

Unerwartet scheint sich mein Bewußtsein etwas vom Körper zu lösen. Es schwebt über mir und schaut hinab. Eigentlich geht es mir echt spitzenmäßig. Eigentlich gibt es sicher Leute, die töten würden nur um nur meine Probleme zu haben. Eigentlich habe ich verdammt viel Glück. Eigentlich bin ich verdammt glücklich. Das Bewußtsein schwebt wieder hinunter und zeichnet ein mopsiges Lächeln auf mein Gesicht. Ich grinse in den Äther, griene in den warmen Nachmittag, ich schmunzele in die Welt und die Welt schmunzelt zurück.

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Unbehelligt

Wie so oft sträubt sich dieser erste Satz in die Tasten gehauen zu werden. Schließlich lastet eine ganze Menge Verantwortung auf ihm. Verheißen, versprechen, vorwegnehmen. Da möchte man schon sicher gehen, dass alle Worte in der richtigen Reihenfolge, faltenfrei und wünschenswerterweise mit pfiffigem Unterton garniert sind. Dabei habe ich in letzter Zeit soviel nachgedacht, dass es eigentlich für fünf oder sechs oder sieben einleitende Sätze reichen würde. Wie es halt immer so ist mit ganz einfachen ganz komplizierten Angelegenheiten.

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Biorhythmus

Mein Murmelinneres wird hier mächtig zwischen Wellenklüften und -bergen hin- und hergeworfen. Ich drifte inmitten wuchtiger Massen aus Bewusstsein und Traumverstand. Alle Wasser waschen an den Vorstellungen, fluten die Gedankengänge. Ruinen. Erosion. Abrieb. Der Leuchtturmwärter ist krank geschrieben. Aufs Kind. Keuchhusten. Muß man im Auge behalten. Schlurfend knistern seine Pantoffeln über den Teppich aus verlorenen Fäden. Sein Turm zuckt währenddessen orangegelb ins indigo. Lange kann das nicht mehr gut gehen.

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Das Fehlen

„Weißt du“, sagt die junge Dame, die ich gerad´ erst wiedersah,
„wie an vielen Wochenenden, deine Texte wunderbar,
mir die Laune aufgebügelt, das Gemüt ganz warm gestimmt,
da des Alltags graue Schwere, farbenreich sich dort verdingt.“

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Meditation

Wenn ich des Morgens durch die erwachende Welt laufe, dieser Tage schimmert sie im grau-blauen Licht des anbrechenden Herbstes oft wie Edelstahl, schlagen meine Gedanken regelmäßig Purzelbäume. Mit ihrem frisch gewienerten Pfefferminzatem und der kindlichen Zuversicht, daß der Tag wundervoll verlaufen muß, grinsen sie staunend die Einsamkeit des halbschlafenden Lebens an. Wie Meditation ist es fast, sobald sich der Takt der Schritte und des Herzens angleichen und der Geist losgelöst vom Körper zu schweben scheint. Freiheit die schönsten Firlefanz gebiert.

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Der 8. Zwerg

Es war einmal zu einer Zeit, da es Smarties nur in zwei verschiedenen Farben, schwarz oder weiß, gab und wilde Einhörner noch stolz und frei die Taiga durchtrabten, daß eine besondere Schicksalsgemeinschaft geschmiedet ward. Und wenn auch der Ursprung dieser munteren Truppe Freud und Leid zu gleichen Teilen schien, war ihr ein sorgenfreies Ende aller Tage vorbestimmt.

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weeping_feather

Reime, Verse, hört die Warnung, eure Schönheit in Gefahr,
selbsternannte Hochpoeten, tummeln sich hier offenbar.
Tumbe, seichte Dichtungsleger, voll von Übermut indes,
und dem Glauben und der Ansicht, dass dort Kunst den Stift verlässt.

Orthographisch und grammatisch, wie ein kraftvoll Scrotumtritt,
reißt im Grunde auch die Wortwahl, kaum ´nen Rezipienten mit.
Dennoch finden sich Claqueure, zweifelhaft ihr Intellekt,
die vermelden wie viel Weisheit, hier sich im Banal´n versteckt.

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Die Wollkobra

Von Zeit zu Zeit wird mein Geisteszustand in Frage gestellt. Schwachsinn, Fiebertraum, Wahnwitz heißt es dann. Von Zeit zu Zeit muß diesen tolldreisten Anschuldigungen wohl zugestimmt werden. Manchmal lässt sich kaum noch verbergen, daß bei mir obenrum manches nicht richtigrum läuft. Das Konfetti und „Fix und Foxi“ Hefte weite Teile des gesunden Menschenverstandes vereinnahmt haben. Bisweilen fällt es schwer Firlefanz, Kinkerlitzchen und Tand im Zaum zu halten. Beispielsweise an jenem Tag, da mir unvermittelt die Idee der Wollkobra ins Gemüt schlängelte.

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