Der 8. Zwerg

Es war einmal zu einer Zeit, da es Smarties nur in zwei verschiedenen Farben, schwarz oder weiß, gab und wilde Einhörner noch stolz und frei die Taiga durchtrabten, daß eine besondere Schicksalsgemeinschaft geschmiedet ward. Und wenn auch der Ursprung dieser munteren Truppe Freud und Leid zu gleichen Teilen schien, war ihr ein sorgenfreies Ende aller Tage vorbestimmt.

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zeigefinger

Mein Zeigefinger will heute ein Rennfahrer sein. Setzt sich seinen kleinen weißen Helm mit dem ausgefransten schwarzen Blitz an der Seite auf. Zieht mit zittrigen Händen den Kinngurt fest. Atmet tief durch. Und macht sich auf. Auf den Weg deine Kurven zu umkurven. Kurven an Stellen, wo andere nicht einmal Stellen haben. Kurven, die sich ohne Schranken sanft an deinen schlanken Flanken endlos bald gen Boden ranken. Ganz schwindelig kann einem da werden.

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Die Wollkobra

Von Zeit zu Zeit wird mein Geisteszustand in Frage gestellt. Schwachsinn, Fiebertraum, Wahnwitz heißt es dann. Von Zeit zu Zeit muß diesen tolldreisten Anschuldigungen wohl zugestimmt werden. Manchmal lässt sich kaum noch verbergen, daß bei mir obenrum manches nicht richtigrum läuft. Das Konfetti und „Fix und Foxi“ Hefte weite Teile des gesunden Menschenverstandes vereinnahmt haben. Bisweilen fällt es schwer Firlefanz, Kinkerlitzchen und Tand im Zaum zu halten. Beispielsweise an jenem Tag, da mir unvermittelt die Idee der Wollkobra ins Gemüt schlängelte.

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outlawcorner was im busch

Ich liege einfach nur da und schaue der Dunkelheit in die Augen. Oder auf den Arsch. Kann man nicht genau sagen, ist nämlich zappenduster. Jedenfalls scheint es ihr zu gefallen, denn sie schmiegt sich fester an mich an. Alle meine Sinne lösen sich langsam in ihr auf. Das Unterbewußtsein übernimmt das Steuer. Geradewegs ins Traumland.

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captain crazy 3

Schon eine Weile ist es her, das öffentlich kam´n zu Gehör, Erzählungen von Heldentaten, von Captain Crazy nebst Primaten. Kein Ferngespräch, kein Telegramm, vom Kämpfer und dem Pavian, auch nicht Email, Raucheszeichen, man glaubt schon bald sie wären Leichen. Keine Kunde, wie auch immer, doch, wartet nur, es wird noch schlimmer, denn auch die bösen Buben scheinen, sich Chancen bald zusamm´n zu reimen. Denn wenn schon ohne Sorge man, in Regionalbahn´n schwarz fahr´n kann, was könnte man dann überdrein, mit Bankberaubung streichen ein. Schon ölen üble Panzerknacker, die Schießgewehre eifrig wacker, und um sich vorm Gesetz zu schützen, schneiden Sehschlitz´ sie in Mützen. Auch andere freche Galgenstricke, voll Niedertracht und heimlich Tücke, stülpen sich die Handschuh´ über, Versicherungs- und Trickbetrüger. Und in Gestalt und Energie, recht ähnlich einem Tsunamie, bricht Leid und Unheil nun herein, wo können nur die Helden sein?

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Wie wird der Geist mir wunderlich, wie wind´ ich in Verzückung mich. Wie klopft mit Narrenschellenklang, der Wahnsinn obenrum mir an. Hört´ ich da gerad´ den Buxbaum bellen, sah ich den Luchs durch´s Dickicht schnellen? Trägt Karos heut´ das Himmelsblau, ist Irrsinn nur wohin ich schau? Und überhaupt, die Sinne sind, am Schwinden, weichen blitzgeschwind. Denn was begreiflich und real, wird nun ersetzt, wird anormal. Die Luft schmeckt nach Lakritzgeschneck´ , ganz ohne Grund und ohne Zweck. An jeder Hand sechs Finger dran, da freut sich der Zwölffingerdarm, denn endlich kann man angenehm, nun Hand in Hand, durch´s Leben gehen. Ein Kibitz neckt aus fernen Wipfeln, er sucht nach Drüs´gewebesgipfeln. Denn leidlich schmust´s auf Dauer nur, sich an dem Busen der Natur.

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Erlebnisse

Man sollte es ja auch nicht übertreiben. Mit den Erlebnissen. Wenn man immer nur von einem „Wow!“ zum nächsten „Ahh!“ hetzt, beraubt man das Hirn der Fähigkeit zur Rekapitulation. Ganz schnell kapituliert es dann. Unmerklich flitzt schließlich der Blick ständig hin und her und saugt tausende Details auf. Und an die will sich später erst einmal erinnert werden. Ein wenig Kontext herumgewoben, hier ein Nachgeschmack und dort ein Vorurteil eingestreut, mit einem Schuß Verklärung aufgequirlt; fertig ist die Vergangenheit.

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Grosskotz

Ich könnte mich schon wieder über meine Überheblichkeit aufregen. Nun gut, vielmehr über meine Selbstüberschätzung. Trotz besseren Wissens. Weil die Stimme der Mahnung und Warnung keine Chance hat gegen das selbstbewußte Reinrufen der Arroganz. Und immer wieder auf ihre Beschwichtigungsversuche hereinfällt. Im Endeffekt: Selbst schuld. Nun habe ich den Salat.

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Flaschen-Günther und der Hosenmann

So ein Leben braucht Struktur. Eckpfeiler, an denen man die Luftschlangen und Lampions der Irrationalität aufhängen kann. Routinen und wiederkehrende Ereignisse, welche einrahmend den zügellosen Geist umfangen. Immer mittwochs und freitags ist Wochenmarkt. Da brauch man keinen Kalender, nur dort vorbeischlendern. Und dank Flaschen-Günther und dem Hosenmann, brauche ich noch nicht mal eine Uhr.

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Friseurbesuch

Während man sich dem Diktat der Zeit beugt und heranwuchert, werden der Liste „Dinge, auf die ich keinen Bock hab´ , aber machen muß“ ständig neue Dinge hinzugefügt. Harmlos beginnt es noch mit Fensterputzen, Abwaschen und Steuern zahlen. Bei individuelleren Charakteren mag auch noch „Oberbekleidung tragen“ und „liebe Omis nicht vor den Bus schubsen“ darauf enthalten sein. Für mich persönlich steht sein einiger Zeit auch die Notwendigkeit einen vorzeigbaren Kopfputz auf der Rübe spazieren zu tragen darauf. Irgendwie konnte ich mit dem ganzen Konzept von Friseuren und ihrem Aufgabenbereich nämlich nie richtig warm werden.

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