Im Schutze der Nacht, im Zwielicht, scheint es manchmal als flüsterten meine Gedanken in die Stille und die Welt flüsterte kaum merklich zurück. Als würden die Sinne schärfer während das Bewusstsein allmählich in den Schlaf hinübersinkt. Ja, als könne man die eigentlich unsichtbaren Ätherfäden erspähen, die das Innere der Realität zusammenhalten und nur selten Phantasie und Farbenpracht entweichen lassen. In diesen Minuten, da das Leben nur noch halb wirklich ist, sehe ich dich noch. Treffe ich dich noch. Erscheinst du mir noch. Als Schatten, als Luftbild, als Sagengestalt. Als Traumfee.

weiterlesen »

Küss mich mit Wacholderlippen,
hauch mir Nachttauatem ein,
flut mich mit Gezeitenblicken,
mach mein Leuchtturmgrinsen dein.
Fasse mich mit Federfingern,
bind mich mit Unendlichkeit,
hüll mich in Holunderklima,
heil mir jedes Herzensleid.
Schwöre mir mit Flüsterlippen,
schenke mir Unsterblichkeit,
leb in deinen Bernsteinblicken,
gestern, jetzt und alle Zeit.

bury me
one day
beneath the tallest trees
where time itself was born
where light melts into shadows
bury me below their lush green canopy
amidst the ancient roots
where all matter emerges
bury me
between the
towering trunks
where bird song
never stops
and the ether
gently hums
but most
importantly
bury me
one day
with you

Gefangen hinter Gitterstäben aus Erinnerungen. Ein Käfig aus Zeit, aus Vergangenheit. Angekettet von Unfähigkeit und Unwillen zu vergessen. Gefoltert von den eigenen Gedanken und bohrenden Fragen. So fühlt sich das Leben an den dunklen, an den meisten, Tagen an.

weiterlesen »

verloren

Rot gleich Hagebutten gucken, tränenfeucht die Augen mir,
durch kaputte Brillengläser, sucht der wässrig Blick nach dir.

weiterlesen »

Die Inspiration

Lass´ dich von der Inspirationsfee küssen. Einen dicken Schmatzer mitten auf die Stirn. Dahinter werden die Ideen geboren. Neue Kinder von alten Gedanken. Lass´ dich inspirieren und du wirst sie überall finden. Diese Ideen. Von denen man soviel hört.

weiterlesen »

schriftverkehr

An manchen Tagen bin ich nur ein blaues Hakenpärchen, eine folgende Funkstille, eine Antwortlosigkeit, davon entfernt zu zerbrechen. All die Monate des Verlierens und Verlassen seins und Vermissens haben mich ausgehöhlt. All das Kämpfen und Probieren und Versuchen hat mich schwach zurückgelassen. Meine Erinnerungen an dich werden immer schwammiger. Dein Gesicht und deine Stimme zerrinnen in diesen Erinnerungen allmählich. Deine feinen Eigenheiten werden vage und ich kämpfe verzweifelt um die Bewahrung der Vergangenheit.

weiterlesen »

herbstmorgen

Irgendwie genervt klopfen die Regentropfen ans Fenster. Das schwärzeste lila der Nacht ist bereits vorüber und man kann die endlosen Fäden, in denen sie zu Boden fallen, beinahe schon sehen. Ich sitze im Schneidersitz auf der Couch und lausche. Meine schwere Strickjacke, die ich erst zu dieser Jahreszeit hervorhole, umarmt mich. In beiden Händen halte ich die dampfende Kaffeetasse. Mein Blick ist noch schläfrig und ohne Fokus. Alles riecht nach Äpfeln. Bratäpfeln fast.

weiterlesen »

herbstherz

Es wird wieder Zeit
für lange Schlafanzughosen
der Herbst naht
mit kühlen Nächten
und Dunkelheit

weiterlesen »

motek

Ein heißer Fluß aus Glück entspringt, mir an den Augenenden, rinnt, in sanftem Strom die Wang´n entlang, macht sich Gedanken untertan. Um dich, um dich, dreht alles sich, entfacht, entflammt, mir wunderlich, das Herz, das mit dem Schlagen ficht, und schwungvoll aus dem Takte bricht.

weiterlesen »