Halma im Hirn

Erneut deutet sich ein giraffenschwarzer Tag an. Punktuell Scheiße. Dann aber vom Scheitel bis zur Sohle. Melancholisch plätschern die Gedanken dahin. Harmlose Rinnsale noch, die sich jedoch hastdunichtgesehen zur Breite des Brahmaputra zu vereinen wissen. Die Stimmung gleicht dem Unterdeck eines Sklavenschiffes des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Schwankend. Und schon nach kurzer Zeit beschissen.

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winterwunderarsch

Ach Schnee, du alter Miesepeter, rutsch´ger Vertikalverräter,
du Niederschlag, der niederschlägt, wem allzu forsch´s Geläuf sich regt.
Ach Schnee, du weißer Vorstadtrapper, filigraner Tonverschlepper,
machst mit Crew aus Eis und Glatt, mit Minusgrad die Nachbarn platt.
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Winterhysterie

Winter fetzt nicht. Zerfetzt höchstens Schienbeine. Mit seinen arschglatten Straßen, die dich auf dem Arsch landen lassen. Ungefragt und unangenehm schmettert dir der Schneegen ins Gesicht. Überhaupt: Schnee. Braucht niemand. Außer vielleicht Eisbären und Pinguine. Bin ich aber beides nicht. Ich verkaufe auch kein Imprägnierspray für Schuhe. Förmlich aufgedrängt bekommt man das, wenn man den Füßen nur rasch eine untenrum griffigere Heimstatt erstehen will. Es scheint auch im Imprägnierbereich Hochsaison zu sein. Genau wie bei den Tiefs. Also wettermäßig. Schön mollig kalt wälzen sich die Luftmassen durch das Land. Dünnen wenigstens die Insektenpopulation aus. Nicht das die Lärchenmade noch den Weihnachtsbaum annagt. Schließlich gibt es um diesen herum schon genug Probleme.

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allejahrewieder

Ein recht aggressiver Spätsommer hat es sich da mit feistem, weißen Grinsen auf den Straßen und Giebeln bequem gemacht. Mit feuchten Fingern umklammert er die Winterfellrudimente und lässt Schritt für Schritt zur Glückssache in Sachen Schwerkraftbekämpfung werden. Ganz aufgeregt faselt der Volksmund schon seit Wochen von seiner Hoffnung auf eine „weiße Weihnacht“. „Humbug!“, entgegne ich ihm lautstark. Denn meinem Kenntnisstand zur Folge, wird doch die Volkswirtschaft in ihrem Wirken und Schaffen zwoeinhalb Tage lang angehalten, um, wenn auch konsumverbrämt, den Geburtstag von Herrn von Nazareth zu begehen. Und es müsste schon mit allerhand merkwürdigen religiösen Kuriositäten zugehen, wenn dieser gute Mann jemals in seinem Leben auch nur eine Schneeflocke gesehen hätte. Im Grunde genommen haben also Weihnachten und Schnee nur insoweit eine Schnittmenge, als daß sie auf der Nordhalbkugel zufällig im etwa gleichen Zeitraum stattfinden. Und wahrscheinlich beide eher desinteressiert die Existenz des anderen zur Kenntnis nehmen.

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