Erkenntnis

Erkenntnis wird, soweit bekannt, oft überraschend nur erlangt. Du suchst und fragst ganz grübelig, da kommt sie plötzlich über dich. Was eben noch verwirrend war, wird innerlich dir eilends klar.

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Michael

In all den Ecken dieser Welt, so haben Forscher wohl gezählt,
sind tausend mal tausend Millionen, Insekten, die diese bewohnen.
Sie krabbeln, zirpen und brummen, sie fliegen, zischen und summen,
Sie kneifen, beißen und stechen, kurzum sie gehör´n zu den Frechen.

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zu spät

Ich wollte dir doch noch
all meine Geschichten erzählen
die niemand sonst kennt
die der Kern meines Wesens sind

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Egal

Ich bin dir egal. Oder? Kümmert dich, was ich denke? Was ich empfinde? Findest du meine Gegenwart erbaulich? Unglaublich, daß ich derartiges erfragen muß. Hast du doch neulich meine Hand noch derart fest gehalten, als gäbe es einen Orden dafür zu gewinnen. Und ich dachte ich könnte dich für mich erringen. Weil du für jeden ein Gewinn wärst. Obwohl ich manchmal nach Worten ringe, weil du mich sprachlos machst. Weil du mich dir zu Willen machst. Willfährig gleiten meine Gedanken an deinen Kurven entlang. Schleudertrauma im Wortschatz.

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mylo_1

Wenn ein Freund in Not dich fragt, ob er mal eine Nacht auf deiner Couch pennen kann, überlegst du nicht lange. Wenn besagter Freund noch nicht einmal selbst fragen kann, wir nehmen zu seinen Gunsten mal Bescheidenheit und den Wunsch nicht zur Last zu fallen an, und seinen Erziehungsberechtigten vorschickt, sagst du erst recht „Ja!“. Ohne groß nachzudenken. Auch über die Komplikationen. Tagsüber ist er ja immer ein ganz dufter Typ, was könnte da nachts schon groß anders sein? Einiges, wie sich rasch zeigte.

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Das Antlitz von Glueck

Für Stunden könnte ich dich betrachten. Wie bei einem Gemälde alle feinen Details und Texturen studieren. Mehr noch jetzt, da das weiche Herbstlicht dich zwischen Gold und Bronze und Kupfer changieren lässt. Aber frage nicht nach Sonnenschein, schon nimmt mein Puls rasant Fahrt auf. Schnell und laut wird mein Herzschlag, wie das Klappern der Briefkastenklappen wenn die fingerfertige Flugblattverteilerin flink ihre Phalangen über die Fronten flitzen lässt. Famos.

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Kollege Schlafmütz

Während man noch als kleiner Drei-Cocker-Spaniel-Hoch durch die Welt vagabundiert, ist das Leben einfach und schön. Voller Entdeckungen und wundersamer Winkelzüge ist die Existenz. Beinahe jeden Tag lernt man eine neue Farbe kennen. „Ach, das ist also lila? Nicht schlecht, was sich rot und blau da ausgedacht haben. Respekt.“. Auch Freunde zu finden, könnte kaum leichter sein. Man gesellt sich einfach zu einer Gruppe spielender Kinder, und schon ist man auch ein Cowboy oder Indianer oder Ritter oder Weltraumpirat mit überzogenem Dispo und zwei Vaterschaftsklagen. Nur weil du da bist, denken erst einmal alle, daß du ein dufter Typ bist und wollen ihre Zeit mit dir verbringen. Mit der Zeit wird das anders. Zum einen, weil das Interesse am Weltraumpirat spielen mit dem Alter merklich abnimmt und zum Anderen, weil es gesellschaftlich eher kritisch gesehen wird, wenn ein stoppelbärtiger Mann Kinder auf dem Spielplatz fragt, ob sie nicht seine Freunde sein wollen.

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