verloren

Rot gleich Hagebutten gucken, tränenfeucht die Augen mir,
durch kaputte Brillengläser, sucht der wässrig Blick nach dir.

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dunkelblau

Dieser Tage scheint jede Minute ein Menetekel. Als würde der Kontrabass im Soundtrack anschwellen, die Geigen zirpen. Unheilschwanger türmt sich Ungewissheit auf, beugt sich dunkel drohend über mich. Die Luft elektrisch angespannt, wie vor einem Gewitter. Kein Punkt an dem Auge oder Verstand sich festhalten können. Alles fließt und verschwimmt. Beinahe wie diese weichgezeichneten Instagramm-Leben. Nur nicht beige oder mocca oder taupe. Dieser Tage grollt dunkelblau.

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5er Gebot

Kürzlich las ich folgenden, motivierenden Satz: „Wenn eine Angelegenheit in fünf Jahren nicht mehr von Bedeutung sein wird, lohnt es sich heute nicht, länger als fünf Minuten über sie nachzudenken“. Ich fand den Ausspruch recht pfiffig, da man immer wieder über Kleinigkeiten nachdenkt und prüft und grübelt und seine Zeit damit verprasst. Dann begann ich jedoch über den vermeintlich so tiefsinnigen Satz nachzudenken und ihn zu prüfen und zu grübeln und musste seine Allgemeingültigkeit doch allmählich in Frage stellen.

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Die Verwandlung

Ich muß wohl in der dritten oder vierten Klasse gewesen sein, als wir ein Buch über ein Mädchen lasen, welches sich verwandeln konnte. In einen Engel, ein Krokodil, Albert Einstein oder was ihr gerade so einfiel. Obschon die Geschichte eher flach dahinplätscherte, wie hunderte andere vor und nach ihr, habe ich sie dennoch bis heute nicht vergessen, weil ein kleines, pfiffiges Detail mich aufhören ließ. Wenn sich etwas verwandele, erläuterte die Lehrerin, in der Natur oder Mythologie, nenne man dies eine Metamorphose. Aus diesem Grund wären das Buch und seine Titelheldin auch entsprechend benannt: „Meta Morfoss“. Ein heute wie damals gewiefter Twist.

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zu spät

Ich wollte dir doch noch
all meine Geschichten erzählen
die niemand sonst kennt
die der Kern meines Wesens sind

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Schlaflos

Eben noch.
Hellblauer Himmel
und Zuckerwattewolken.
Nur ein paar. Hier und da.
Wie von Bob Ross gemalt.
Happy little clouds.

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gedankengänge

Ab und an ist es lohnenswert in den Gedankengängen nach dem Rechten zu sehen. Damit allzu aberwitzige Absonderlichkeiten nicht entkommen können, habe ich dort schon vor einiger Zeit einen Türsteher aufgestellt. „Was ist die Losung?“, fragt er mich mit steinerner Miene. „Wildtierscheiße“, spitzfinde ich zurück. „Korrekt, tritt ein“.

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newyear2016

Im Badezimmer riecht es zwar, als hätte sich ein Schwarm Koalas dort übergeben, aber insgesamt scheint das Jahr zu einem recht vergnüglichen Ende zu finden. Wohl auch weil das Koalakotzekozentrat, großzügig auf der Brust verteilt und sorgsam ins Badewasser gegeben, die gröbsten Ausläufer einer Atemwegsdepression wegzuduften wußte. Inklusive Fieber und Kopfschmerz. Zugegebenermaßen war die generöse Medikation mit Schlaf wohl auch unterstützend wirksam. Aber nun kann der Endspurt mit freien Luftlöchern eingeleitet werden.

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weeping_feather

Reime, Verse, hört die Warnung, eure Schönheit in Gefahr,
selbsternannte Hochpoeten, tummeln sich hier offenbar.
Tumbe, seichte Dichtungsleger, voll von Übermut indes,
und dem Glauben und der Ansicht, dass dort Kunst den Stift verlässt.

Orthographisch und grammatisch, wie ein kraftvoll Scrotumtritt,
reißt im Grunde auch die Wortwahl, kaum ´nen Rezipienten mit.
Dennoch finden sich Claqueure, zweifelhaft ihr Intellekt,
die vermelden wie viel Weisheit, hier sich im Banal´n versteckt.

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Ach, lieber Leser, du machst es einem schon nicht einfach. Flatterhaft bist du und undurchsichtig. Allen Themen gleichwohl zugetan und doch allzu zaghaft darin das Gebotene zu kommentieren. In Dialog zu treten. Eine stimmenlose Menge. Web 1.5 vielleicht. Ich schreibe hier, was mir eben gerade so ein- oder auffällt, male ein halbwegs passendes, einleitendes Bild dazu und du genießt, hoffentlich, und schweigst. Dabei will ich doch auch wissen, was du denkst. Habe alle Möglichkeiten dafür an die Beiträge getackert. Für eine Konversation. Nun gut, der „Gefällt mir“-Knopf wird rege verwandt, ist aber nur die halbe Miete. Dabei würde ich doch auch sogar, manchmal, hören wollen was dir nicht gefällt.

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