Halbgedachtes Midasmorgen

Schlaftrunken blinzle ich in die ersten Stunden des neuen Sommertages. Die Sonne lässt ihren Midasfinger schon über Bäume und Dächer und Wolken gleiten und so schwebt der Morgen in lautlosen, goldenen Wellen durchs Fenster. Die Luft hat sich noch etwas Nacht bewahrt. Ist frisch und klar. Beinahe weckt sie meine papierdünnen Gedanken auf, die noch müde im Glutlicht baden. Große, warme Unendlichkeit umfängt mich. Als gäbe es keine Verbindung zur Realität, zum Hier und Jetzt. Als wäre dieser Moment alles. Seufzend sauge ich ihn in mich auf.

weiterlesen »

mit armdicken Tauen
hatte ich mich
an der Realität
festgezurrt
ihrem Sirenensang
zu lauschen
bereit Wurzeln zu schlagen
sobald mich
die Lebensgier
erneut erfasste
die zerbrechlichsten Verse
bereits auf
der Zungenspitze
zurechtgelegt

weiterlesen »

I have not
kissed another
since you left
it seems
there is no other
left to kiss
I guess
that even cherry lips
would miss
that special
quivering created
when our breaths
last separated

endlich einsamkeit

Endlich Einsamkeit. Minimale Humaninteraktion. Nur das nötigste. Ansonsten Stille. Wunderschöne ohrenbetäubende Stille. Jauchzend stolzieren die befreiten Gedanken in sie hinein und ich singe ihnen ein Wanderlied. Mit lächelndem Instrument. Ich lasse die berauschende Dunkelheit über mich hinweg branden. Manchmal muß ich sogar ohne Vorwarnung lachen. Vor Glück. Vor Einsamkeit. Vor Pflichtbefreitheit.

weiterlesen »