Halbgedachtes Midasmorgen

Schlaftrunken blinzle ich in die ersten Stunden des neuen Sommertages. Die Sonne lässt ihren Midasfinger schon über Bäume und Dächer und Wolken gleiten und so schwebt der Morgen in lautlosen, goldenen Wellen durchs Fenster. Die Luft hat sich noch etwas Nacht bewahrt. Ist frisch und klar. Beinahe weckt sie meine papierdünnen Gedanken auf, die noch müde im Glutlicht baden. Große, warme Unendlichkeit umfängt mich. Als gäbe es keine Verbindung zur Realität, zum Hier und Jetzt. Als wäre dieser Moment alles. Seufzend sauge ich ihn in mich auf.

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mit armdicken Tauen
hatte ich mich
an der Realität
festgezurrt
ihrem Sirenensang
zu lauschen
bereit Wurzeln zu schlagen
sobald mich
die Lebensgier
erneut erfasste
die zerbrechlichsten Verse
bereits auf
der Zungenspitze
zurechtgelegt

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Ich habe euch vermisst. Ihr klackernden Tastenanschläge. Ihr Buchstaben und Silben. Ihr Worte und Sätze und Absätze. Ihr habt mir gefehlt. Als Verstofflichung meiner Gedanken und greifbare Realität. Als wundersame Heilkraft und munterer Zeitvertreib. Als Ausdruck aller Emotionen. Ihr habt mir gefehlt.

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