Die Aufregung

Die Menschen möchten gern Texte lesen, in denen sich einer aufregt. Am Besten über eine Sache, über die sie sich auch aufregen. Damit sie sich bestätigt sehen. Idealerweise strotzt der Text auch von Kraftausdrücken. Von Schurken und Verbrechervisagen soll dort die Rede sein. Von Haderlumpen und Pottsäuen. Von Taugenichtsen und Frechdächsen. Manchmal auch von Arschlöchern. Flachwichser, die uns alles wegnehmen oder Blödmänner, die uns nichts abgeben, sollen Thema sein. Die Schweine da oben, die Idioten da rechts, die Chaoten da links, die Gierschlunde da unten. Die ganze Welt voller wahnhaft religiöser Windelköpfe aus dem Mittelalter. Dann erst einmal eine Weile nichts. Und wir mittendrin. Wer wir sind, weiß niemand. Auf jeden Fall sind wir aber nicht die anderen, denn über die kann man sich nur aufregen.

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