Egal

Ich bin dir egal. Oder? Kümmert dich, was ich denke? Was ich empfinde? Findest du meine Gegenwart erbaulich? Unglaublich, daß ich derartiges erfragen muß. Hast du doch neulich meine Hand noch derart fest gehalten, als gäbe es einen Orden dafür zu gewinnen. Und ich dachte ich könnte dich für mich erringen. Weil du für jeden ein Gewinn wärst. Obwohl ich manchmal nach Worten ringe, weil du mich sprachlos machst. Weil du mich dir zu Willen machst. Willfährig gleiten meine Gedanken an deinen Kurven entlang. Schleudertrauma im Wortschatz.

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winterwunderarsch

Ach Schnee, du alter Miesepeter, rutsch´ger Vertikalverräter,
du Niederschlag, der niederschlägt, wem allzu forsch´s Geläuf sich regt.
Ach Schnee, du weißer Vorstadtrapper, filigraner Tonverschlepper,
machst mit Crew aus Eis und Glatt, mit Minusgrad die Nachbarn platt.
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allejahrewieder

Ein recht aggressiver Spätsommer hat es sich da mit feistem, weißen Grinsen auf den Straßen und Giebeln bequem gemacht. Mit feuchten Fingern umklammert er die Winterfellrudimente und lässt Schritt für Schritt zur Glückssache in Sachen Schwerkraftbekämpfung werden. Ganz aufgeregt faselt der Volksmund schon seit Wochen von seiner Hoffnung auf eine „weiße Weihnacht“. „Humbug!“, entgegne ich ihm lautstark. Denn meinem Kenntnisstand zur Folge, wird doch die Volkswirtschaft in ihrem Wirken und Schaffen zwoeinhalb Tage lang angehalten, um, wenn auch konsumverbrämt, den Geburtstag von Herrn von Nazareth zu begehen. Und es müsste schon mit allerhand merkwürdigen religiösen Kuriositäten zugehen, wenn dieser gute Mann jemals in seinem Leben auch nur eine Schneeflocke gesehen hätte. Im Grunde genommen haben also Weihnachten und Schnee nur insoweit eine Schnittmenge, als daß sie auf der Nordhalbkugel zufällig im etwa gleichen Zeitraum stattfinden. Und wahrscheinlich beide eher desinteressiert die Existenz des anderen zur Kenntnis nehmen.

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