Aorta und Appendix

Ganz fransig ist mir dann und wann. So zwischen Aorta und Appendix. Taumelnde Sehnsüchte mit ganz unwirschen Rändern machen sich da breit. Wissen gar nicht wo ihnen der Kopf steht. Streben bald hier hin, bald dorthin. Wenn man sich vorsichtig erkundigt, was denn ihr Begehr sei, zucken sie nur Fragen zeichnend mit den Schultern. Sie wissen es ja selbst nicht.

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Veränderungen

Merkwürdige Zeiten sind das gerade. Alles ist im Wandel begriffen. So rasant, daß man kaum Zeit hat innezuhalten und durchzuatmen. Mentale Photos zu machen. Und während die Zukunft allmählich in die Gegenwart fließt, ändert sich auch noch der Alltag, das Banale. Voller Überschwang, ob der gelösten Fesseln, taumelt man durch´s Jetzt und kann kaum die Ursprünge des emotionalen Chaos ergründen.

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Singlebörse

Breitbeinig und von einem Hauch von Arroganz umweht, lehnt die Plakatwand an der Bushaltestelle und hindert deren Dach vor dem Hinabstürzen. Ein Job mit geringen Aufstiegschancen aber reichlich Abwechslung. Jüngst erst hat man ihr ein neues Plakat auf das Wams gestickt. „Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über PARSHIP“ steht da zu lesen und ich komme nicht umhin „Donnerwetter, Herr Vetter!“ zu denken.

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Neuer Mai

Kaum suppt ein erstes sonnenorange in den graublauen Morgenhimmel, geht es wieder los. Aus allen Ecken und Enden finden sie sich ein und beginnen im munteren Durcheinander die Nacht zum Tag zu machen. Amsel, Drossel, Fink und Star. Vermutlich. Ganz sicher bin ich mir nämlich nicht. Eigentlich bin ich mir sogar gänzlich unsicher. Denn was hier an Luftakrobaten aus den Wipfeln schalmeit, zeigt meinen ornithologischen Kenntnissen auf schmerzhafte Weise ihre Grenzen auf. Hätte ich mal in der vierten Klasse besser aufgepasst.

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Umzug

Man muß kein Raketenchirurg sein, um festzustellen: Umzüge sind scheiße! All das ein- und ausgepacke, ab- und angeschraube und hoch- und runtergeschleppe. Der ganze Lärm und Staub wenn Löcher für Lampen und Bilder und Lautsprecher gebohrt werden müssen. Das ziehen und schieben und zerren und drücken. Und kaum denkt man, nun sei es geschafft, beginnt auch schon der Marathon der Adressänderungsmitteilungen und Postweiterleitungen. Zum Glück gibt es zwischendurch natürlich auch ein paar Lichtblicke, leider weiß man davon aber am Anfang noch nichts.

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Flaschen-Günther und der Hosenmann

So ein Leben braucht Struktur. Eckpfeiler, an denen man die Luftschlangen und Lampions der Irrationalität aufhängen kann. Routinen und wiederkehrende Ereignisse, welche einrahmend den zügellosen Geist umfangen. Immer mittwochs und freitags ist Wochenmarkt. Da brauch man keinen Kalender, nur dort vorbeischlendern. Und dank Flaschen-Günther und dem Hosenmann, brauche ich noch nicht mal eine Uhr.

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Friseurbesuch

Während man sich dem Diktat der Zeit beugt und heranwuchert, werden der Liste „Dinge, auf die ich keinen Bock hab´ , aber machen muß“ ständig neue Dinge hinzugefügt. Harmlos beginnt es noch mit Fensterputzen, Abwaschen und Steuern zahlen. Bei individuelleren Charakteren mag auch noch „Oberbekleidung tragen“ und „liebe Omis nicht vor den Bus schubsen“ darauf enthalten sein. Für mich persönlich steht sein einiger Zeit auch die Notwendigkeit einen vorzeigbaren Kopfputz auf der Rübe spazieren zu tragen darauf. Irgendwie konnte ich mit dem ganzen Konzept von Friseuren und ihrem Aufgabenbereich nämlich nie richtig warm werden.

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Schlauchomat

Aus Gründen, deren Ursprung und Umfang ich hier nicht weiter zu erörtern gedenke, bin ich in den Besitz eines neuen Mobiltelefones gelangt. Eigentlich wäre besagte Anschaffung nicht unbedingt notwendig gewesen, aber das schlanke Kerlchen hatte seine inneren Werte so aufreizend in Tabellenform gegossen, daß meinem inneren Nerd das Blut ganz mächtig gen Süden schoß und sich die daraus entstehende Aufregung zugleich zur Brieftasche aufmachte. In schon schmerzlichem Grade zwar, mußte das Bargeldsuspensorium erleichtert werden, aber die Verheißungen der multimedialen Zukunft hatten mir schon die Sinne venebelt. Sogar mit einer liebgewordenen Tradition ließ mich der zukünftige Fernsprecher brechen: Ich würde mir eine Micro-SIM-Karte besorgen müssen. Ein Unterfangen griechischer Epik, wie sich rasch zeigte.

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Arschbombe

Mir fehlt Konzentration. Es rumort im Oberstübchen. Alles fliegt wild durcheinander. Ein rechter Wortsalat bekleidet sich da in der Rübe mit Schwachsinnsdressing. Rübensalat, will man sagen. Ganz ungeordnet kullern die Gedanken durch die Murmel. Eiern bald hierhin, bald dahin. Wahnwitz ins Oval gebogen. Von hinten links brüllt einer rein: „Die Amsel furzt ins Waldgebiet, wo´s keiner riecht, noch hört, noch sieht. Selbst wenn, wär´ ihr das piepegal, sie flöge weiter, kannst mich mal!“. Mit solchen Zwischenrufen muß man sich hier rumschlagen. Irgendeiner lacht sogar darüber. Und das ohne Hopfen und Malz. Egal, beides ohnehin verloren. Da marschiert schon der nächste farbenfrohe Reigen an Gedanken an. Oha, das könnte schmerzhaft werden.

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Hier ist der Grenzbereich. Das Ende der Fahnenstange. Fünf vor zwölf. Drei Schritte vorm Abgrund. Kurz bevor sich zwei Drähte berühren, die eigentlich besser nichts miteinander zu tun hätten. Die angespannte Stimmung deutet es an. Der anschwellende Soundtrack im Hintergrund. Ein kurzes Zucken des Augenlids. Händereiben. Gleich knallt es. Gleich ist der Ofen aus. Gleich ist Apokalypse. Wenn mich der gesunde Menschenverstand, die Vernunft, nicht wieder kurz vorher aufhalten. Aber die Urteilskraft schwindet. Zehn Schritte gen Explosion, neun zurück. Jedesmal. Irgendwann gibt es kein zurück mehr. Jedes aufhaltende, tiefe Durchatmen ein Menetekel. Irgendwann platzt mir der Arsch.

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