Schneewittchen

Snowwhite

Dereinst in einem Märchenwald, da lebten sieben Zwerge; sie taten das, was Zwerge tun und höhlten sich durch Berge. Unablässig suchten sie, Gold, auch Kupfer, Platin; Diethelm hieß der jüngste nur, die and´ren sechse Martin. Nur an der Mützen Farbigkeit, konnt´ man sie unterscheiden; sechs unterschiedlich rötlich Ton, die Köpfe tat bekleiden.

Tagein, tagaus, so gruben sie, immer eifrig hackend; und Erz und Harz von Unrat frei, in Säckchen stets verpackend. Urplötzlich läutet´s Telefon, von Martin Nummer drei; am ander´n Ende Nummer vier, servierfertig der Brei. Also, nun denn, zum Mittagstisch, solange es noch dampft; denn Temperatur´n von Mahlzeiten, seh´n Zwerge sehr verkrampft. Man schmatzt und schluckt, man schaufelt rein, man spachtelt breiig´ Massen, man rülpst, man furzt, man insistiert, ein Zwerg könnt´ das nicht lassen.

Zum Abschluß Lob für Martin vier, das Mahl, es war vorzüglich; nun kramen sie die Pfeifen raus, und pfeifen sie vergnüglich. Am Boden auf den Knien knie´nd, kniet derweil das Schneewittchen; und schrubbt und flucht „Herrjemine!“, und auch mal „Donnerlittchen!“. Hätt´ sie das nur zuvor gewusst, bevor sie einst entrann; dass jeder Kerl, egal wie kurz, für zehn Mann kleckern kann. Überall lag hier der Dreck, und Lehm und solche Brocken; das Mädel mit der Bürste nur, sah man am Boden hocken.

Fluchend wischte sie das Holz, und schäumte um die Wette; mit Seifenlaug´ und Wischmopstiel, auf das man sie errette. Dann lieber tot und zwar sofort, als hier sich tot zu schuften; dann lieber sang- und klangeslos, vom Zwergenhof verduften. Und eines Nachts da stahl sie sich, im fahlen Mondenscheine; aus Kemenate und Quartier, in´ Händen ihre Beine. Über Stock und über Stein, und über sieben Berge; „Flucht, nur Flucht!“ so dachte sie, „und niemals wieder Zwerge!“.

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