Schlaflos

Schlaflos

Eben noch.
Hellblauer Himmel
und Zuckerwattewolken.
Nur ein paar. Hier und da.
Wie von Bob Ross gemalt.
Happy little clouds.

Gerade noch.
Weicher Wind
und Vogelsang.
Fast zu früh. Aber endlich.
Der Lenz will kommen.
Von Müdigkeit keine Spur.

Gerade eben noch.
Leerer Blick
und leerer Geist.
Sinnlose Tändeleien.
Als wäre die Zeit
unendlich.

Nun jedoch
schmilzt der Tag.
Aus Feuerknospen
erblüht die neue Nacht.
Lila. Dunkelblau.
Schwarz.

Jetzt jedoch
funkelt der Sternendom.
So gut
er eben kann.
Tiefe Stille. Stumme Welt.
Erwachen der Nachtgedanken.

In diesem Augenblick
öffnen sich die Augen.
Weiter Blick
und weiter Geist.
Beinahe Vergessenes wird
Gegenwart.

Unaufhaltsam
schwellen die inneren Stimmen an.
Stärker. Schneller. Sekunde
für Sekunde.
Und die Pferde
gehen mit ihnen durch.

Mannshoch aufgetürmt
auf der inneren Bühne.
Erinnerungen, Ideen,
Wunschträume, Phantasie.
Zurückgeworfen
auf mich selbst.

Wohl dem,
der seine Sinne beisammen hat.
Geleit und Lotse
in Nebel und Stimmengewirr.
Fokussieren
auf Grundlegendes.

Jeder Blick
in die Dunkelheit
lässt sie in mich zurückblicken.
Jedes Mal
stiehlt sie dabei ein Stück.
Reinigung von Ballast.

Rückkehr
zu mir.
Falsche Hoffnungen
abwerfen.
Wieder aufrecht stehen
nach langer Nacht.

Eben noch.
Konfuse Gedanken
und tausend lose Einfälle.
Nun jedoch
ist das Ende wieder offen.
Ein neuer Tag bricht an.

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