Ein reinigendes Gewitter

captain crazy 3

Schon eine Weile ist es her, das öffentlich kam´n zu Gehör, Erzählungen von Heldentaten, von Captain Crazy nebst Primaten. Kein Ferngespräch, kein Telegramm, vom Kämpfer und dem Pavian, auch nicht Email, Raucheszeichen, man glaubt schon bald sie wären Leichen. Keine Kunde, wie auch immer, doch, wartet nur, es wird noch schlimmer, denn auch die bösen Buben scheinen, sich Chancen bald zusamm´n zu reimen. Denn wenn schon ohne Sorge man, in Regionalbahn´n schwarz fahr´n kann, was könnte man dann überdrein, mit Bankberaubung streichen ein. Schon ölen üble Panzerknacker, die Schießgewehre eifrig wacker, und um sich vorm Gesetz zu schützen, schneiden Sehschlitz´ sie in Mützen. Auch andere freche Galgenstricke, voll Niedertracht und heimlich Tücke, stülpen sich die Handschuh´ über, Versicherungs- und Trickbetrüger. Und in Gestalt und Energie, recht ähnlich einem Tsunamie, bricht Leid und Unheil nun herein, wo können nur die Helden sein?

Nur noch grau scheint jeder Tag, voll halbem Licht, das kaum vermag, den Schutz der Dunkelheit zu enden, an wen soll Polizei sich wenden? Alsbald fährt man mit großen Wagen, die auf dem Dache Boxen tragen, aus deren Inner´n lauthals´ schallt, die Suche nach Justizgewalt. Straß´ um Straß´ wird angesteuert, überall dann abgefeuert, der verzweifelt´ Hilfeschrei, einzig vorerst bleibt´s dabei. Amüsiert und lächerlich, so lachen in die Fäuste sich, die Gauner, da ergebnislos, scheinbar das Geflehe bloß. Und immer wagemut´ger werden, die Spitzbub´, Gangster und auch Schergen, schubsen sogar hier und da, vom Fahrrad eine Omama.

Da knallt, so wie man´s nie gedacht, vom Himmel aus mit großer Macht, ein Blitz aus Wolken schwer hervor, erschütternd manches Innenohr. Drischt gleißend rot gen Boden nieder, entreißt im Sturze gar Gefieder, ´ner V-geformten Wildgansherde, halt Späne, wo gehobelt werde. Schlägt mit Wucht und Staubgewirbel, auf den Boden, wo dann übel, eine Laune sich entlädt, die schon lang nicht mehr gespäht. Die Fäuste in die Hüft´ gestemmt, ein Wind umspielt das Flatterhemd, auch nebenan dem Pavian, die Lüfte durch die Haare fahr´n. Dann bricht wie Donnerhallen frei, ein ohr´nbetäubend Kriegsgeschrei, der Ruf an alle Missetäter, die Zeit ist um, das war´s mit später.

„Ich glaube beinah mein Hamster pfeift, wenn das Gesindel sich vergreift, an Hab und Gut der einfach´ Leut´, doch dieser Spuk, der endet heut´. Als bohnerte mein Schweinchen fast, wenn sich das Pack ohn´ große Hast, auf Straß´ und Platz schon breit gemacht, vorbei ist´s damit heute Nacht.“ Ganz mächtig wogt des Captains Brust, recht angestaut scheint dort der Frust, und auch beim Sidekick additiv, hängt eifrig das Gemüte schief. Denn wohin auch der Pavian blickt, scheint Recht und Ordnung eingenickt, da Mistkerl sich an Frechdachs reiht, der Affenarsch nun mündlich schreit. „Euch hat man wohl ins Hirn gekotet, wie ihr von links nach rechts hier spurtet, nur übles auf der Pfanne habt, Vernunft nicht und Gewissen nagt. Wir werd´n euch prächtig filetier´n, schön weich noch klopfen, dann panier´n, die Flausen werd´n euch ausgetrieben, mit saftig kräftig Faustschlaghieben. Bereits als Baby hat man wohl, zu heiß gewickelt euch obwohl, man schon hätte wissen könn´n, das unterm Hut die Drähte brenn´n. Das ihr nicht ganz beisammen habt, woran der Feingeist sich so labt, das ihr nur tumbe grobe Spinner, doch damit ist jetzt Schluß für immer.“

Noch denkt in Schurkenkreisen man, ist nur ein Clown mit Pavian, doch rasch wird dies nun revidiert, da´s Duo jetzt mit Faust massiert. Vorbei die Zeit der großen Reden, schon gibt´s ´nen Streckverband für jeden, der noch böse Frechigkeiten, oder Unmut will verbreiten. Arm´ verdreh´n und Beine stellen, Backpfeif´ bis die Backen schwellen, lose Zähne, Veilchenaugen, ganz rasant und kaum zu glauben. Ein lila Blitz mit Umhang dran, und zusätzlich ein Pavian, mit schlecht gestutzter Fellfrisur, hirschen durch die Horden nur. Ein spitzes „Ahh“ oder ein „Ohh“, was man halt kennt an Kampfschrei´n so, ansonsten tosender Applaus, es klatscht von den Visagen aus. Haare ziehn´n und schmerzlich Kniff, ab und an ein Würgegriff, Hodentritte auch in Massen, da die dich schnell gewinnen lassen. Denn Skrupel hat das Duo kaum, verweilt doch im urbanen Raum, ein Abschaum widerlichst´ Natur, und man entsorgt den Abraum nur. Der ausgehöhlt so frevelvoll, gewaltsam auch und diebestoll, was bunt und schön und lebenswert, doch jetzt wird richtig ausgekehrt.

Man kann es zwar nur selten lesen, bisweilen fegt manch alter Besen, besser noch und reinlich schnell, als ein neueres Modell. Daher kann der altbekannte, früher furchtsam nur genannte, Held nun wieder mal beweisen, warum man „Crazy“ ihn geheißen. Palaver gerad´ noch ellenlang, verstummt in brechend Ellen Klang, auch Speichen knacken, Oberschenkel, ein Jackson Pollock Blutgesprenkel. Entfährt so manchem Nasenloch, das Duo wütet immer noch, rasch Zeigefinger angeleckt, und Gaunern in die Ohr´n gesteckt. Wie vom wilden Aff´ gebissen, vom Pavian wird rum geschmissen, was an Gliedmaß´ zu verwenden, um Gesetzesbruch zu enden. Sie vermöbeln Schurkenmassen, dass man denkt nicht alle Tassen, wären obenrum noch da, im geistig Küchenmobiliar.

Eine ganze Weile später, türmen sich die Missetäter, unter ächzen, stöhnen, wimmern, in den Notaufnahmezimmern. In den Gassen unterdessen, kann man wieder Softeis essen, Gummi hopsen, Klingelstreichen, nachdem entfernt man hat die Leichen. Durch die Straßen Kinderlachen, wie´s einzig kann das Herze machen, fröhlich, warm auch, pochernd frei, zieht am Heldenpaar vorbei. Nie mehr woll´n so lang sie bleiben, schließlich muß das Volke leiden, an obskuren Örtlichkeiten, nie mehr Kummer uns bereiten. Sie rufen´s laut ins Himmelszelt, damit es hört die ganze Welt: „Bahnt irgendwo sich Unheil an, ruft Crazy und den Pavian! Raschen Schrittes, rascher Pfoten, Verbrechen wird die Stirn geboten, wo rohe Kräfte sinnlos walten, wir uns in der Näh´ aufhalten. Drum schlafet ruhig und legt euch nieder, das schönste aller Schlummerlieder, ist und bleibt der Sieggesang, von Crazy und sein´m Pavian“.

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