Die weinende Feder

weeping_feather

Reime, Verse, hört die Warnung, eure Schönheit in Gefahr,
selbsternannte Hochpoeten, tummeln sich hier offenbar.
Tumbe, seichte Dichtungsleger, voll von Übermut indes,
und dem Glauben und der Ansicht, dass dort Kunst den Stift verlässt.

Orthographisch und grammatisch, wie ein kraftvoll Scrotumtritt,
reißt im Grunde auch die Wortwahl, kaum ´nen Rezipienten mit.
Dennoch finden sich Claqueure, zweifelhaft ihr Intellekt,
die vermelden wie viel Weisheit, hier sich im Banal´n versteckt.

Und der Autor unverdrossen, glaubt´s und klopft die Schultern sich,
„Ach was wär´ die deutsche Sprache, reimt´ ich nicht so königlich!“.
Liebste Reime, werte Verse, seid mir teuer, lieb und hold,
dass euch derlei widerfahre, hab´ ich niemals doch gewollt.

Dass geschunden ihr hernieder, liegt und um Erlösung fleht,
weil ein mieser Wortverbieger, sich an eurer Qual ergeht.
Euch anheim zur Hilfe stellen, kann ich halbgedachtes nur,
in robuster klarer Schönheit, handverlesen, ehrlich, pur.

Alles weit´re wird sich weisen, ich vertrau´ auf eure Kraft,
da die spitz geführte Feder, mehr doch als das Schwerte schafft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.