Der Anblick

Der Anblick

Während ich den Plot für meinen nächsten Versuch auf dem Buchmarkt aufbereite und Charakterentwicklungen plane und Ereignisse in Reihenfolge bringe, suche ich manchmal Inspiration bei mir selbst. Blättere und schmökere in altem, längst Verfasstem und entdecke dabei hin und wieder kurze Einlassungen, die zwar nicht zum Buch passen, aber doch in sich selbst immer noch schlüssig und schön sind. Ich zitiere:

„In weichen Bögen schmiegt sich dein Körper ans wartende lila der Nacht. Wie atmende Seide zerfließen deine Umrisse in der Dunkelheit. Dein Haar ein Meer aus tausend Einzelheiten. Dein Blick kaum auszumachen und doch angefüllt mit glühender Präsenz. Alles denke ich und alles sehe ich. Alles auf einmal. Alles bist du jetzt. Jede Ordnung schwindet, unterwirft sich der mühelosen Anmut. Jeder Rahmen verschwimmt im unendlichen Moment. Dröhnender Herzschlag. Kann keinen Gedanken ergreifen. Kein Wort erfassen. Keinen Gedanken begreifen. Keine Worte verfassen. Verloren in Freiheit. Dein Lächeln tanzt im Silhouettenspiel eines fernen Lichtes. Wissend, ahnend, verheißend. Als sollte alles schon immer so sein. Die Zeit nur geschaffen um uns hier zu treffen. Die Stille ist wohltuend leicht. Gewißheit. Sicherheit. Halt im Haltlosen. Rast im Rasenden. Deine sanft wogende Kontur ein Schutz vor klarem Verstand. Ungekanntes hüllt mich ein. Unfassbare Stärke durchzieht es. Nimmt alle Angst. Jede Traurigkeit. Jede Vorsicht. Jeden Mißmut. Legt meinen Herzschlag frei. Und führt ihn durchs lila der Nacht, wo er in deinen Umrissen zerfließt.“

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