Das Fehlen

Das Fehlen

„Weißt du“, sagt die junge Dame, die ich gerad´ erst wiedersah,
„wie an vielen Wochenenden, deine Texte wunderbar,
mir die Laune aufgebügelt, das Gemüt ganz warm gestimmt,
da des Alltags graue Schwere, farbenreich sich dort verdingt.“

„Daher ist es derzeit schade, dass du gar nichts Neues schreibst,
und verborgen und verstohlen, hinter schon Verfasstem bleibst.
Und so gut die alten Reime, bei genau´rer Inspektion,
wär´ ein frisch gemaltes Schmunzeln, dieser Tage schöner Lohn.“

Wenn aus wohlgewachs´nem Munde, umgeb´n von gar fein Gesicht,
leicht und so erschütternd ehrlich, dein Versäumnis an man spricht,
dann, obschon du längst es wußtest, wird dir dennoch doppelt klar,
dass das Warten auf perfekte, G´schichten nicht so pfiffig war.

Ab und an zwar angefangen, alles wieder weggelöscht,
da die Selbstzensur im Kopfe, sich mit allen Wassern wäscht.
Nur das Beste für die Guten, die sich regelmäßig finden,
und behelfs des Halbgedachten, grinsend wieder dann entschwind´n.

Und so sag´ ich „Junge Dame, Dank für Lob und Ansporn auch,
wenn Gelegenheit sich bietet, hämm´re ich gerad´ aus dem Bauch,
Zwanzig Zeilen Reime runter, die du alsbald lesen magst,
und in Folge gern auch Weit´res, bevor erneut du mich befragst.“

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