Viel zu leicht machen es einem diese Tage. Viel zu verlockend poussieren sie mit ihren einfachen Auswegen. Viel zu mühelos könnte man sich ins schwerliche süße Nichts hineinfallen lassen. Die Welt einfach mal einen guten Mann sein lassen. Einzig umgeben von lichtloser Stille, die mit warmer Hand die Sinne umsäumt. Sich dem verheißungsvollen Schwarz von Mißmut und Depression ergeben. Wo man keinen Schmerz mehr fühlt, weil alles immer Schmerz ist.

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Allmählich verliere ich mich in der Uferlosigkeit dieser merkwürdigen Tage. Alles ist offene See. Ohne Leuchtfeuer oder Eilande. Ohne Sternbilder und Sextanten. Ein flauer Wind kräuselt die Häupter der Sekunden leicht. Sie scheinen regungslos und ewig. Eine kaltherzige Sonne brennt mit unerbittlicher Hitze hernieder. Meine Lippen sind aufgesprungen, die Haut faltenreich vertrocknet. In mir ist tiefe Dunkelheit.

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Halbgedachtes Midasmorgen

Schlaftrunken blinzle ich in die ersten Stunden des neuen Sommertages. Die Sonne lässt ihren Midasfinger schon über Bäume und Dächer und Wolken gleiten und so schwebt der Morgen in lautlosen, goldenen Wellen durchs Fenster. Die Luft hat sich noch etwas Nacht bewahrt. Ist frisch und klar. Beinahe weckt sie meine papierdünnen Gedanken auf, die noch müde im Glutlicht baden. Große, warme Unendlichkeit umfängt mich. Als gäbe es keine Verbindung zur Realität, zum Hier und Jetzt. Als wäre dieser Moment alles. Seufzend sauge ich ihn in mich auf.

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mit armdicken Tauen
hatte ich mich
an der Realität
festgezurrt
ihrem Sirenensang
zu lauschen
bereit Wurzeln zu schlagen
sobald mich
die Lebensgier
erneut erfasste
die zerbrechlichsten Verse
bereits auf
der Zungenspitze
zurechtgelegt

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Im Schutze der Nacht, im Zwielicht, scheint es manchmal als flüsterten meine Gedanken in die Stille und die Welt flüsterte kaum merklich zurück. Als würden die Sinne schärfer während das Bewusstsein allmählich in den Schlaf hinübersinkt. Ja, als könne man die eigentlich unsichtbaren Ätherfäden erspähen, die das Innere der Realität zusammenhalten und nur selten Phantasie und Farbenpracht entweichen lassen. In diesen Minuten, da das Leben nur noch halb wirklich ist, sehe ich dich noch. Treffe ich dich noch. Erscheinst du mir noch. Als Schatten, als Luftbild, als Sagengestalt. Als Traumfee.

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Küss mich mit Wacholderlippen,
hauch mir Nachttauatem ein,
flut mich mit Gezeitenblicken,
mach mein Leuchtturmgrinsen dein.
Fasse mich mit Federfingern,
bind mich mit Unendlichkeit,
hüll mich in Holunderklima,
heil mir jedes Herzensleid.
Schwöre mir mit Flüsterlippen,
schenke mir Unsterblichkeit,
leb in deinen Bernsteinblicken,
gestern, jetzt und alle Zeit.

Welch wundersame Heilkraft wohnt doch dem Gehen inne. Dem Schlendern, Flanieren und Wandeln. Welch zauberhaften Rhythmus entspinnt doch das Laufen. Das Stromern und Schwärmen und Strolchen. Welch vergnügliches Unterfangen ist doch die Wanderschaft. Das Pilgern, Marschieren und Pirschen.

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bury me
one day
beneath the tallest trees
where time itself was born
where light melts into shadows
bury me below their lush green canopy
amidst the ancient roots
where all matter emerges
bury me
between the
towering trunks
where bird song
never stops
and the ether
gently hums
but most
importantly
bury me
one day
with you

Gefangen hinter Gitterstäben aus Erinnerungen. Ein Käfig aus Zeit, aus Vergangenheit. Angekettet von Unfähigkeit und Unwillen zu vergessen. Gefoltert von den eigenen Gedanken und bohrenden Fragen. So fühlt sich das Leben an den dunklen, an den meisten, Tagen an.

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for a winter we were one
where one ended there begun
the others heart and joy and soul
for a winter we were whole

for a winter we united
boundless love was what ignited
our hearts and mind and soul
for a winter we were whole

for that winter felt unending
to my heart there seemed no mending
when your touch and soul moved on
and our winters time was gone