Zoologische Betrachtungen in 1001 Nacht

Zoologische Betrachtungen in 1001 Nacht

Im Beduinenzelte saß, am Lagerplatze der Oas´,
Scheherazade und verlas, was märchenhaftes sie besaß.
Von Wüstenherrschern stolz und groß, die just zu ihrer Freude bloß,
da Reichtum man durch Öl genoß, sich hielten gar famose Zoos.

Der Sultan hat ein Dodonest, an das er zum Geburtstagsfest,
die liebste seiner Frauen lässt, auf das sie Dodofedern wäscht.
Denn das Gefieder seines Lieben, nur einer war ihm noch verblieben,
sollt´ ,wenn auch nicht bereit zum Fliegen, ihn wohlig in den Schlafe wieg´n,

Der Kalif kann Kattas leiden, könnt´ täglich seine Augen weiden,
am kecken Spiel, durch Bäume gleit´n, die Ringelschwänzchen zu beneid´n.
Der Greifschweif, ach so wundersam, nur an zwei Kattas, die hier zahm,
der Apfel seines Auges war´n, hält lustig ihm das Herze warm.

Der Ölprinz hat ´ne Ottertruppe, feucht frisierte Mardergruppe,
mundgewinkelt stets ´ne Fluppe, zwei Männchen und ´ne scharfe Puppe.
Nur Unsinn, Jux und Schabernack, stets lauert dort im Otterfrack,
dem Herrn gefällt, dass sie auf Zack, der Dienerschaft geht´s auf den Sack.

Der Emir hat ´ne Emuzucht, die weltweit ihresgleichen sucht.
Nur selten hat ein Gast geflucht, der einen Emuausritt bucht.
Die Grazie der erhab´nen Tiere, im Ganz´n gab es nur noch viere,
selbst man durch den Sattel spüre, als ob der Po auf Wolken führe.

Der Scheich, der hat ´ne Schabenherd´, weil nur die Schab´ auf dieser Erd´,
am End´ unendlich leben werd´, was eig´ntlich auch der Scheich begehrt.
Er liebt´s Quintett der Küchenschaben, die alle fünf sechs Beine haben,
beschenkt sie reich mit güld´nen Gaben, reicht Honig ihnen, sich zu laben.

Im Beduinenzelte raunen, die Hörer, die beeindruckt staunen,
wie pompös der Herrscher Launen, wie fantastisch ihre Faunen.
Kaum zu glauben dies doch sei, wär´ man heute nicht dabei,
in der Karawanserei, wo das Leben wild und frei.

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