dunkelblau

Dieser Tage scheint jede Minute ein Menetekel. Als würde der Kontrabass im Soundtrack anschwellen, die Geigen zirpen. Unheilschwanger türmt sich Ungewissheit auf, beugt sich dunkel drohend über mich. Die Luft elektrisch angespannt, wie vor einem Gewitter. Kein Punkt an dem Auge oder Verstand sich festhalten können. Alles fließt und verschwimmt. Beinahe wie diese weichgezeichneten Instagramm-Leben. Nur nicht beige oder mocca oder taupe. Dieser Tage grollt dunkelblau.

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schwarzweisseschoene

Ich stehe auf dem Balkon und lasse mich vom Morgen in sein Pfirsichlicht tauchen. Ganz weich und rund und rot und gelb. Die Stille lädt dazu ein die Gedanken schweifen zu lassen und ich bin versunken in den Zeiten, die gewesen sind. Wenn man sein Glück in den einzelnen Momenten findet, vergisst man nämlich rasch, wie rasant diese wieder enteilen. Amüsanterweise hat es eines „Dick und Doof“-Films gebraucht, um mir dies zu vergegenwärtigen.

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positiv bleiben

In halber Nacht stehe ich und schaue den Birken beim Schlummern zu. Der anbrechende Morgen liegt wie ein glühendes Bolerojäckchen auf ihren Schultern. In meinem Kopf ist noch Sophokles. In gesammelten Werken lungert der auf dem Abort herum, um längere Aufenthalte erquicklicher zu gestalten. „Wer nicht mit Worten spart, sagt manches, was erfreut, wohl auch, was ärgert oder rührt, und bringt hierdurch den Schweigenden dazu, dass er sein Schweigen bricht.“, lässt er Antigone feststellen. Fast scheint es, als ob der neue Tag der literarischen Griechin zustimmen würde. Scheint, als ob er mir mit Luft und Duft und frischem Licht etwas zu sagen hätte. Ich breche also mein betretenes Schweigen, räuspere mich kurz und knalle der Welt ein etwas zu lautes „Moin“ vor den Bregen.

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Zoologische Betrachtungen in 1001 Nacht

Im Beduinenzelte saß, am Lagerplatze der Oas´,
Scheherazade und verlas, was märchenhaftes sie besaß.
Von Wüstenherrschern stolz und groß, die just zu ihrer Freude bloß,
da Reichtum man durch Öl genoß, sich hielten gar famose Zoos.

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5er Gebot

Kürzlich las ich folgenden, motivierenden Satz: „Wenn eine Angelegenheit in fünf Jahren nicht mehr von Bedeutung sein wird, lohnt es sich heute nicht, länger als fünf Minuten über sie nachzudenken“. Ich fand den Ausspruch recht pfiffig, da man immer wieder über Kleinigkeiten nachdenkt und prüft und grübelt und seine Zeit damit verprasst. Dann begann ich jedoch über den vermeintlich so tiefsinnigen Satz nachzudenken und ihn zu prüfen und zu grübeln und musste seine Allgemeingültigkeit doch allmählich in Frage stellen.

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Die Verwandlung

Ich muß wohl in der dritten oder vierten Klasse gewesen sein, als wir ein Buch über ein Mädchen lasen, welches sich verwandeln konnte. In einen Engel, ein Krokodil, Albert Einstein oder was ihr gerade so einfiel. Obschon die Geschichte eher flach dahinplätscherte, wie hunderte andere vor und nach ihr, habe ich sie dennoch bis heute nicht vergessen, weil ein kleines, pfiffiges Detail mich aufhören ließ. Wenn sich etwas verwandele, erläuterte die Lehrerin, in der Natur oder Mythologie, nenne man dies eine Metamorphose. Aus diesem Grund wären das Buch und seine Titelheldin auch entsprechend benannt: „Meta Morfoss“. Ein heute wie damals gewiefter Twist.

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zu spät

Ich wollte dir doch noch
all meine Geschichten erzählen
die niemand sonst kennt
die der Kern meines Wesens sind

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Battle Rap 2 Henmaan

Hen DMC ist zurück. In einer neuen Formation namens „Henmaan“ wird die nächste Strophe des Battle-Raps erbarmungslos rausgeknallt. Rhythmisch wieder am Besten zu genießen, wenn man das Metronom von Google auf 120 bpm mitlaufen lässt. Word!

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Egal

Ich bin dir egal. Oder? Kümmert dich, was ich denke? Was ich empfinde? Findest du meine Gegenwart erbaulich? Unglaublich, daß ich derartiges erfragen muß. Hast du doch neulich meine Hand noch derart fest gehalten, als gäbe es einen Orden dafür zu gewinnen. Und ich dachte ich könnte dich für mich erringen. Weil du für jeden ein Gewinn wärst. Obwohl ich manchmal nach Worten ringe, weil du mich sprachlos machst. Weil du mich dir zu Willen machst. Willfährig gleiten meine Gedanken an deinen Kurven entlang. Schleudertrauma im Wortschatz.

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Die Qual der Wahl

Ich schreibe jetzt einfach mal los. Sonst sitzen wir hier morgen noch. Seit einer halben Stunde grübele ich nämlich hin und her, was wohl Thema meines Traktats sein sollte. Obendrein ist auch die Form Bestandteil hirninterner Diskussionen. In Kombination tausende Möglichkeiten. Worüber also, auf welche Art, berichten?

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