Michael

Michael

In all den Ecken dieser Welt, so haben Forscher wohl gezählt,
sind tausend mal tausend Millionen, Insekten, die diese bewohnen.
Sie krabbeln, zirpen und brummen, sie fliegen, zischen und summen,
Sie kneifen, beißen und stechen, kurzum sie gehör´n zu den Frechen.

Einer jedoch, anders gestrickt, hatte mit Abscheu stets geblickt,
wenn Schwager, Nichten und Tanten, als Quälgeister Arbeit fanden.
Er nämlich fand das recht heikel, sein Name war einfach Michael,
sein Traum jedoch äußerst famos, ihn hatte die Muse liebkost.

Michael wollte Künstler werden, farbenreich die Leinwand färben,
klecksen, pinseln, ausgestalten, Vernissagen auch abhalten.
Michael wollte Bilder hauen, Statuetten schöner Frauen,
Muskelspiel an Götterbeinen, Lebenshauch in toten Steinen.

Michael wollte Noten schmettern, in Verkleidung auf den Brettern,
die ihm seine Welt bedeuten, Freude bringen zu den Leuten.
Wollte ferne Länder sehen, glücklich sich im Kreise drehen,
weil begeistert Menschenmassen, seelig sich ans Herze fass´n.

Was lachten da im Käferbau, die Anverwandten wenig schlau,
„Bist nur ein Mariechenkäfer, Träume sind für Siebenschläfer.
Bist nur ein ganz kleines Lichtchen, dessen Wünsche sind mitnichten,
von Belang für irgendeinen, Künstlerkäfer gibt es keinen!“

Da packte Michael wild die Wut, „Ich zeig euch was ein Künstler tut!“,
holt Pinsel und Palett´ herbei, und malt sich seinen Mantel neu.
Zuunterst tüncht er das Gewand, im tiefen Rot von Sonnenbrand,
und pinselt mit Finesse dann, noch sieben schwarze Punkte dran.

Ein jeder dieser Kleckse mag, bedeuten einen Wochentag,
an welchem Michael sorgenfrei, und Künstler, Künstler, Künstler sei.
Stolz streift er sich die Kutte an, und alle sehen ihn fortan,
den Käfer mit dem roten Frack, drauf schwarzgepunktet Schabernack.

Jedem soll der Anblick sagen, das kluge Köpfe Träume hab´n,
und Fantasie und Pfiffigkeit, dich von des Lebens Müh` befreit.
Seither ist auch Symbol von Glück, Marienkäfer und verzückt,
in aller Welt die Kinderlein, die stets sich über Michael freu´n.

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