Die Inspiration

Lass´ dich von der Inspirationsfee küssen. Einen dicken Schmatzer mitten auf die Stirn. Dahinter werden die Ideen geboren. Neue Kinder von alten Gedanken. Lass´ dich inspirieren und du wirst sie überall finden. Diese Ideen. Von denen man soviel hört.

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schriftverkehr

An manchen Tagen bin ich nur ein blaues Hakenpärchen, eine folgende Funkstille, eine Antwortlosigkeit, davon entfernt zu zerbrechen. All die Monate des Verlierens und Verlassen seins und Vermissens haben mich ausgehöhlt. All das Kämpfen und Probieren und Versuchen hat mich schwach zurückgelassen. Meine Erinnerungen an dich werden immer schwammiger. Dein Gesicht und deine Stimme zerrinnen in diesen Erinnerungen allmählich. Deine feinen Eigenheiten werden vage und ich kämpfe verzweifelt um die Bewahrung der Vergangenheit.

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herbstmorgen

Irgendwie genervt klopfen die Regentropfen ans Fenster. Das schwärzeste lila der Nacht ist bereits vorüber und man kann die endlosen Fäden, in denen sie zu Boden fallen, beinahe schon sehen. Ich sitze im Schneidersitz auf der Couch und lausche. Meine schwere Strickjacke, die ich erst zu dieser Jahreszeit hervorhole, umarmt mich. In beiden Händen halte ich die dampfende Kaffeetasse. Mein Blick ist noch schläfrig und ohne Fokus. Alles riecht nach Äpfeln. Bratäpfeln fast.

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herbstherz

Es wird wieder Zeit
für lange Schlafanzughosen
der Herbst naht
mit kühlen Nächten
und Dunkelheit

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Erkenntnis

Erkenntnis wird, soweit bekannt, oft überraschend nur erlangt. Du suchst und fragst ganz grübelig, da kommt sie plötzlich über dich. Was eben noch verwirrend war, wird innerlich dir eilends klar.

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Michael

In all den Ecken dieser Welt, so haben Forscher wohl gezählt,
sind tausend mal tausend Millionen, Insekten, die diese bewohnen.
Sie krabbeln, zirpen und brummen, sie fliegen, zischen und summen,
Sie kneifen, beißen und stechen, kurzum sie gehör´n zu den Frechen.

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motek

Ein heißer Fluß aus Glück entspringt, mir an den Augenenden, rinnt, in sanftem Strom die Wang´n entlang, macht sich Gedanken untertan. Um dich, um dich, dreht alles sich, entfacht, entflammt, mir wunderlich, das Herz, das mit dem Schlagen ficht, und schwungvoll aus dem Takte bricht.

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Brezel

Manchmal plappert man sinnlos vor sich hin und es ist nicht alles nur ein amüsantes Kauderwelsch. Bisweilen verbalisiert sich eine spontane Idee mit Potential. Entspinnt sich ein kleines Gedankenexperiment, aus dem mal eine Geschichte oder ein Bild oder beides werden kann. Glücklich ist der, der sich in solchen Momenten der Gegenwart eines Ohrenzeugen, abseits der inneren Identitäten, zu versichern weiß. Eines aufmerksamen und ausgefuchsten Anwesenden, der die Idee aus dem üblichen Wortsalat heraushebt und auf sie aufmerksam macht. Ich, für meinen Teil, denke und erzähle nämlich soviel Käse und Absurdes, daß leicht mal ein interessantes Schätzchen verloren gehen kann.

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dannundwann

Dann und wann, zumeist wenn ich des Morgens zur Werktätigkeit schlendere, machen sich meine Gedanken frei von Regeln, Normen und Sachverstand und rufen einfach herein, was Ihnen einfällt. Ausgelöst durch den Anblick eines vorwitzigen Kiebitzes, eines keck vorgetragenen Sprechgesangssatzes aus den Kopfhörern oder den modrigen Geruch aus den Kanaldeckeln, bricht sich dabei Aberwitz nicht selten Bahn. Nachfolgend sollen nun einige dieser famosen Torheiten vorgestellt werden. Halbgedachte Ideen, deren Odem eigentlich schon wieder ausgehaucht war, als ich sie hastig notierte. Nun erhalten sie eine zweite Chance, wenn ihnen diese Zeilen neues Leben anheimstellen. Herr Kapellmeister?!

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Agathe

Agathe war ein mißmutiges Mädchen. Voller Ingrimm und Geringschätzigkeit. Schon beim Aufwachen war sie übellaunig. Wohl auch, weil man sie Agathe geheißen hatte. Kein anderes Kind, weder in der Schule, noch im Mikadoverein, hatte einen solch altmodischen Namen. Brian hießen die, und Chelsea oder Detmold. Namen mit dem Unterton von Freiheit und Möglichkeiten. “Agathe” dagegen klang als pinkle ein nierenkrankes Frettchen am Straßenrand auf eine rostige Fantadose. Fand Agathe. Unfassbar gewöhnlich und allerhöchstens mit dem Unterton von Verzweiflung und Selbstaufgabe. Kein Wunder also, daß sie genervt war.

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